BestechungWeitere Klage gegen Formel-1-Chef Ecclestone
Es wird eng für Bernie Ecclestone. Der Motorsport-Boss hat wegen des Verkaufs der Formel-1-Rechte eine weitere Klage am Hals. Constantin Medien macht einen Schaden von 171 Millionen Dollar geltend.

Der Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat derzeits nichts zu lachen.
Vor drei Wochen hat die Münchner Staatsanwaltschaft Ecclestone wegen Bestechung angeklagt, nun geht das deutsche Unternehmen Constantin Medien mit dem Schweizer Bernhard Burgener an der Spitze gemäss der Zeitung «Financial Times» gegen den Formel-1-Promoter vor. Der Konzern mit Sitz in Ismaning bei München macht einen finanziellen Schaden von mindestens 171 Millionen Dollar geltend. Das Minus soll durch eine zu niedrige Bewertung eines Aktienpakets entstanden sein, das die Bayerische Landesbank (BayernLB) 2006 an den Finanz-Dienstleister CVC weiterverkauft hat.
Die Constantin Medien AG hat damals wohl ihren Teil des Verkaufserlöses erhalten. Aber die Firma hätte nach eigener Einschätzung noch viel mehr lösen können, wenn der Verkaufspreis höher gelegen wäre. Das Aktienpaket hatte vor sieben Jahren für 820 Millionen Dollar die Hand gewechselt. Die Refinanzierung von CVC hat ein Jahr später eine Bewertung in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar ergeben. Zudem machen die Kläger geltend, die Unterbewertung sei auf eine Zahlung Ecclestones von 44 Millionen Dollar an den Banker Gerhard Gribkowsky, damals in Diensten der BayernLB, zurückzuführen. Gribkowsky ist im vergangenen Sommer wegen Korruption zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Münchner Staatsanwaltschaft betrachtet Ecclestones Überweisung an seinen einstigen Geschäftspartner als Schmiergeld und hat deshalb Anklage erhoben. (si)