Crowdfunding-ProjektWer will 2500 Franken pro Monat geschenkt?
Befürworter der Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen gehen auf Werbetour. Eine zufällig ausgewählte Person soll für ein Jahr ein Grundgehalt bekommen.
Diesen Sommer stimmt die Schweiz über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ab. Am 5. Juni kommt die entsprechende Initiative vors Volk. Eine Gruppe, die sich «Grundeinkommen für Dich» nennt, versucht daher bereits jetzt mit viel Werbung auf das Anliegen aufmerksam zu machen. Ihr neuster Streich: eine Crowdfunding-Aktion, die einem Schweizer ein Jahr lang ein Grundeinkommen garantieren soll.
Über die Plattform wemakeit.ch sammelt sie deshalb Geld. Das Ziel: Bis in 30 Tagen sollen 30'000 Schweizer Franken zusammenkommen. Das Geld soll schliesslich in Teilen à 2500 Franken pro Monat an eine zufällig ausgewählte Person ausgezahlt werden, die somit ein Grundeinkommen erhält.
Diese Person soll mittels einer Verlosung gefunden werden. An der Verlosung kann jede in der Schweiz wohnhafte Person teilnehmen – unabhängig davon, ob sie die Crowdfunding-Kampagne finanziell unterstützt hat oder nicht. Nach der Auslosung soll umgehend eine weitere Sammelaktion für ein nächstes Grundeinkommen starten.
Höhe des Grundeinkommens unklar
Die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen verlangt, dass «der ganzen Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglicht» wird. Den Initianten schwebt daher ein Betrag von etwa 2500 Franken pro Monat und Person vor. Für Kinder würde ein Viertel des Betrages ausbezahlt.
Die Höhe des garantierten Grundeinkommens und dessen Finanzierung sind allerdings nicht im Initiativtext vorgegeben, sondern würden bei einem Ja zur Initiative vom Parlament festgelegt.
Gemischtes Komitee
Ob die Chancen für die Initiative an der Urne gross sind, ist eher fraglich. Kosten würde das Vorhaben nach den Plänen der verschiedenen Gruppierungen rund 200 Milliarden Franken pro Jahr, immerhin fast ein Drittel des Bruttoinlandprodukts (BIP) der Schweiz. Hinter dem Begehren steht ein bunt gemischtes Komitee, dem unter anderem der frühere Bundesratssprecher Oswald Sigg angehört.