Muskelaufbau-Präparate steigern Krebsrisiko

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Zusammenhang bestätigtMuskelaufbau-Präparate steigern Krebsrisiko

Für den perfekten Körper greifen manche zu zwielichtigen Präparaten. Doch die lassen nicht nur Muskeln wachsen, sondern auch Krebs entstehen.

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Solche Muskeln muss man sich verdienen.
Doch manchen ist das Training zu anstrengend und zu zeitaufwändig. Sie greifen zu Muskelaufbaupräparaten. Doch diese können schwerwiegende Gesundheitsprobleme hervorrufen - unter anderem Hodenkrebs.
Deshalb raten Experten, die Finger davon zu lassen und die Muskeln durch Sport zu stählen.
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Solche Muskeln muss man sich verdienen.

Keystone/AP

Dass die Weisheit «Wer schön sein will, muss leiden» auch auf jene zutrifft, die für einen gestählten Körper zu illegalen Muskelaufbaupräparaten greifen, ist bekannt. So können etwa Kopfschmerzen, Akne, Organstörungen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems die Folge sein, ebenso wie Thrombosen, Stimmungsschwankungen und Haarausfall. Im schlimmsten Fall droht der Tod.

Doch das ist noch nicht alles, wie US-Forscher im «British Journal of Cancer» berichten. Sie haben herausgefunden, dass Männer, die zu solch dubiosen Mitteln griffen, ein deutlich höheres Risiko für Hodenkrebs haben. Besonders hoch war es bei jenen, die früh – also vor dem 25. Lebensjahr – damit anfingen, die es über einen längeren Zeitraum konsumierten und verschiedene Produkte parallel einnahmen, schreibt Tongzhang Zheng von der Brown University in Rhode Island in einer Mitteilung.

Zusammenhang eindeutig

Für die Studie hatte Zhengs Team insgesamt 900 Männer zu ihrem Lebenswandel befragt. Bei 356 von ihnen war Hodenkrebs diagnostiziert worden, 513 galten als gesund. Themen waren neben ihren Erfahrungen mit Muskelaufbaupräparaten auch weitere Faktoren, darunter Rauch- und Trinkgewohnheiten, Sport, Erkrankungen in der Familie sowie Verletzungen in der Leistengegend.

Die Auswertung ergab, dass die Teilnehmer, die hin und wieder zu (mindestens einmal pro Woche in vier aufeinanderfolgenden Wochen) muskelaufbauenden Nahrungsergänzungsmitteln mit Kreatin oder Androstendion griffen, ein durchschnittlich 65 Prozent höheres Risiko hatten, an Hodenkrebs zu erkranken. Deshalb kann Zheng nur empfehlen, die Finger von solchen Produkten zu lassen.

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