Ask the ExpertWas sind Ihre Erfahrungen mit Vitamin-D-Präparaten?
Gemäss unserer Umfrage nehmen viele von Ihnen Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Wir wollen wissen, ob Sie Resultate sehen. Diskutieren Sie mit!
Liebe Leserinnen und Leser
Vielen von Ihnen geht es wahrscheinlich wie mir und Sie haben einen Bürojob, bei dem Sie von morgens bis abends im Büro sitzen. Eines haben wir in diesem Fall gemeinsam: Viel Sonne erwischen wir in dieser Jahreszeit nicht und auch die kommenden Monate verheissen keine Besserung, was das angeht. Das führt dazu, dass wir deutlich weniger Vitamin D produzieren als in den Sommermonaten. Vitamin D ist nämlich das einzige Vitamin, bei dem die Versorgung nicht vorwiegend über die Ernährung, sondern über die Sonne erfolgt: Durch direkte Sonneneinstrahlung auf die Haut kann der Körper selbst Vitamin D herstellen. Es sollte demnach kein Problem sein, an genügend Vitamin D zu kommen, oder? Leider ist die Sache aber komplizierter, wie auch Kurt Mosetter in seinem Interview zum Thema diese Woche erklärte. Durch unsere urbane Lebensweise und lange Arbeitstage in geschlossenen Räumen bekommen die meisten von uns heutzutage nicht genügend Sonne, sodass besonders in den nördlichen Industrienationen viele vor allem während der Wintermonate zu wenig Vitamin D erhalten.
Aus diesem Grund habe ich in einer meiner ersten Kolumnen vom Dezember 2014 (Die Zeit fliegt, schon seit mehr als drei Jahren schreibe ich jetzt regelmässig diese Kolumne. Vielen Dank an dieser Stelle für Ihre Treue!) die Empfehlung abgegeben, Vitamin D in Form von Tabletten oder anderen Supplementen von November bis April zu sich zu nehmen.
Für die heutige Kolumne habe ich etwas Recherche betrieben und einige aktuelle Artikel zum Thema Vitamin-D-Supplementierung gelesen. Viele Artikel stützen meine Empfehlung einer Vitamin-D-Supplementierung, jedoch bin ich auf einen umfangreichen Artikel in der deutschen Zeitschrift «Die Welt» mit dem vielsagenden Titel «Die Legende vom Wundermittel Vitamin D» gestossen. Im Artikel warnen Forscher vor dem Vitamin-D-Hype und davor, das Vitamin D auf einen Sockel zu stellen und als Allheilmittel anzupreisen. Insbesondere solle man aufpassen, das Vitamin D nicht überzudosieren. Denn allfällige Spätfolgen einer Überdosierung seien noch komplett unklar.
Was ziehe ich also aus diesem Artikel für Erkenntnisse und was rate ich Ihnen? Meiner Meinung nach fahren Sie gut, wenn Sie während der Wintermonate Vitamin D als Nahrungsergänzung zu sich nehmen. Jedoch möchte ich Ihnen raten, die vom Bundesamt für Gesundheit empfohlene Dosierung (600 IE/Tag) einzuhalten und auf hochwertige Produkte von renommierten Herstellern zu setzen. Auf die auf einigen Internetseiten empfohlenen sehr hoch dosierten Vitamin-D-Präparate würde ich verzichten, bis allfällige Spätfolgen einer Überdosierung mit Vitamin D besser bekannt sind. Wie schon Paracelsus sagte: «Die Dosis macht das Gift.»
Nun möchte ich aber Ihnen das Wort geben, liebe Leserinnen und Leser. Was sind Ihre Erfahrungen mit der Supplementierung von Vitamin D? Spüren Sie einen Vorher-nachher-Effekt? Ich freue mich auf Ihre Kommentare und die Diskussionen.

Jonas Caflisch (38) ist Sportlehrer ETH, Gründer der Indigo Fitness Clubs und Experte des 20 Minuten Fitness Channels.