«Das tiefste Hotel»155 Meter unter der Erde schlafen
Eine umfunktionierte Silbermine bietet sich Touristen in Schweden als spartanische Schlafstätte an. Denn Toilette und Dusche gibt es in den Zimmern nicht.
Eine ungewöhnliche Ruheoase erwartet die Besucher des Silvermine-Hotels in der schwedischen Provinz Västmanland. Das selbst ernannte «tiefste Hotel der Welt» liegt in einer umgenutzten Silbermine aus dem 15. Jahrhundert, nicht weit von Schwedens Hauptstadt entfernt. Zu den Zimmern, die sich 155 Meter unter der Erde befinden, gelangt man nur mit einem Lift.
Das Hotel wurde 2006 eröffnet. Seitdem haben schon Tausende Gäste in der steinigen Umgebung geschlafen. «Hier kommen oft Pärchen her. Viele machen hier einen Heiratsantrag. Das ist immer so aufregend», berichtete Touristenführerin Maaike Ouwehand der Nachrichtenagentur AP. Nach der Winterpause öffnet das ungewöhnliche Hotel Anfang Februar wieder seine Pforten.
Im Untergrund wird nicht geduscht
In den Zimmern stehen ein Bett, zwei opulente Sessel (mit silbrigem Überzug, versteht sich) und ein Tisch. Geduscht wird ausschliesslich im oberirdischen Teil des Hotels. Wer rasch aufs stille Örtchen muss, wird 50 Meter vom Zimmer entfernt fündig. Da die Grundtemperatur der Schächte über das ganze Jahr zwei Grad beträgt, wird warme Kleidung empfohlen. Die zu Hotelzimmern umfunktionierten Räume sind auf 18 Grad beheizt.
Für die Sicherheit sorgt ein Wachmann, der rund um die Uhr präsent ist und im Notfall helfen kann. Per Gegensprechanlage kann man mit ihm kommunizieren – denn Handyempfang ist in diesen Tiefen auch eher selten.
Ganz günstig ist die ungewöhnliche Unterkunft nicht. Schnappt man sich die «Grubensuite», zahlt man umgerechnet 600 Franken für zwei Personen. Dafür bekommt man das Frühstück ans Bett gebracht und darf eine Führung durch die Mine erleben.