Xenia Tchoumitcheva: «Ich bin Keynesianerin!»

Aktualisiert

Xenia Tchoumitcheva: «Ich bin Keynesianerin!»

20minuten.ch testete die angehende Ökonomiestudentin Xenia Tchoumitcheva im Interview auf ihr Wirtschafts-Grundwissen und brachte dabei die Zahl ihrer bisherigen Liebhaber in Erfahrung.

20minuten.ch: Xenia, du bist vor drei Tagen in deine Zürcher Wohnung eingezogen. Wo ist die?

Sag ich nicht. In der Nähe des Hauptbahnhofs.

Richtung Uni?

Ja.

Weinbergstrasse.

Falsch.

Also an der Sonnenbergstrasse.

(lacht) Ja, nein!!

Eine Viereinhalbzimmer-Wohnung, das dürfte ziemlich teuer sein. 2500 Franken?

Mehr. 3000 Franken. Aber die Wohnung ist wirklich schön.

Die Sonnenbergstrasse ist nahe bei der Uni. Fährst du mit dem Fahrrad hin?

Ich wohne überhaupt nicht an der Sonnenbergstrasse. Und ich fahr mit meinem Hyundai hin. Ich fahre einfach gerne Auto. Ich hab wohl ein etwas männlich gepoltes Hirn.

Du studierst ab dem Herbst Wirtschaft. Die Zwischenprüfungen sind ziemlich heftig. Die Mathematik schaffst du nie. Die schafft fast keiner.

Wirklich? Mal schauen. In Mathematik bin ich schon nicht so gut. Ich werde eben viel lernen. Mal schauen, ob es klappt. Wenn nicht, ist das auch kein Beinbruch. Ich habe viele Ideen. Aber Wirtschaft ist einfach cool. Die Zusammenhänge zwischen Nachfrage und Angebot zum Beispiel.

Was sind denn das für Ideen? Was macht Xenia in 20 Jahren?

Ich will selbständig sein. Erst möchte ich als Managerin in eine grössere Firma, um zu sehen, wie das läuft. Das Managerin sein, mein ich. Danach mach ich vielleicht ein Restaurant auf. Oder Import-Export. Ich habe ja gute Kontakte nach Russland. Und alles ist ja eine Frage der Kontakte, im Import-Export.

Kennst du dich in der Zürcher Szene eigentlich schon ein wenig aus? Wirst du da schon erwartet?

Nein. Ich glaube, ich bin da noch nicht Mitglied. Wo sind denn die?

Egal. Wie verdienst du dir eigentlich dein Studium, wirst du zwischendurch mal strippen?

Sicher nicht. Ich habe Modelaufträge. Strippen brauch ich nicht. Ich bin auch nicht der Typ dazu, ich bin nämlich ein bisschen scheu. Mit Kleidern auf dem Laufsteg geht es. Aber nackt zu sein, reserviere ich für mich privat, das will ich nicht zeigen. Das finde ich billig und vulgär.

Dem «Blick» hast du gesagt, wie Männer dich rumkriegen können. Wieviele haben dich denn schon rumgekriegt?

Zweieinhalb.

Und der halbe ist dein neuer Mitbewohner, richtig? Das wird schon noch ...

…nein, der ist es nicht, der hat schon eine Freundin. Er studiert schon seit einem Jahr hier. Er kann mir dann die Universität zeigen und wie das dort so läuft.

So. Dann machen wir jetzt mal einen kleinen Wirtschafts-Vortest. Den Prä-Numerus-Clausus, Frau Kommilitonin Tchoumitcheva: «Was ist der Unterschied zwischen einem Keynesianer und einem Monetarist?»

Ui, die Monetaristen. Also ich bin Keynesianerin. Keynes sagt, dass der Staat in der Wirtschaft umverteilend eingreifen muss. Das find ich besser, als die Monetaristen, die die Wirtschaft machen lassen wollen.

Gratulation. Alles richtig. Was machst du jetzt, bis die Uni anfängt?

Ich mach ein Praktikum bei Merryl Lynch.

Als was?

Assistentin bei einem Manager. Ich will sehen, wie das ist, Manager zu sein. Das will ich später ja auch machen.

Interview: Maurice Thiriet

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