Supertanker-Piraten wollen Geld sehen

Aktualisiert

LösegeldforderungSupertanker-Piraten wollen Geld sehen

Die Piraten haben für den gekaperten Supertanker aus Saudi-Arabien eine Lösegeldforderung gestellt und davor gewarnt, mit Falschgeld abgespeist zu werden.

Das sagte ein Mann, der nach eigenen Angaben zu den schwer bewaffneten Seeräubern gehört, am Mittwoch dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira.

Komme es zu einer Geldübergabe für die «Sirius Star», werde das Geld «maschinell nachgezählt», sagte er. «Wir haben die notwendige Ausrüstung, um Falschgeld zu erkennen.» Zur Höhe der Forderung machte er jedoch keine Angaben.

Die «Sirius Star» mit rund zwei Millionen Barrel (159 Liter) Rohöl an Bord hatten somalische Piraten am Samstag im Indischen Ozean in ihre Gewalt gebracht.

Das Schiff und die Ladung haben laut der Reederei Vela International einen geschätzten Wert von umgerchnet rund 300 Millionen Franken. Der Tanker, gross wie drei Fussballfelder, ist nach Angaben der US-Marine das grösste jemals gekaperte Schiff.

NATO plant keine Militäraktion

Der saudiarabische Aussenminister Prinz Saud al Faisal bezeichnete den Überfall am Dienstag als ungeheuerliche Tat. Die Piraterie richte sich wie der Terrorismus gegen alle, daher müssten auch alle gemeinsam handeln, sagte er während eines Besuchs in Athen.

Ein Sprecher der 5. US-Flotte sagte, er rechne nicht damit, dass amerikanische Kriegsschiffe den gekaperten Tanker umstellen würden. Man sei jedoch sehr besorgt. Der Angriff zeige, dass die Piraten auch grössere Schiffe weit auf See in ihre Gewalt bringen könnten. Den Piraten geht es zumeist darum, Millionen Dollar Lösegeld zu erpressen.

Auch die NATO erklärte, sie habe derzeit keine Pläne, den Tanker und seine Besatzung aus den Händen der Piraten zu befreien. Sprecher James Appathurai sagte in Brüssel, das Bündnis habe ein Mandat zur Bekämpfung der Piraterie. Es dürfe jedoch nicht an Bord von Schiffen gehen, die bereits entführt worden seien. Derzeit patrouillieren im Golf von Aden drei Kriegsschiffe, um Piraten abzuschrecken.

Die norwegische Schifffahrtsgesellschaft Odfjell wies ihre mehr als 90 Tanker unterdessen an, nicht länger die Abkürzung durch den Suezkanal und den Golf von Aden zu nehmen, sondern den weiten Umweg über das Kap der Guten Hoffnung. Experten zufolge dauert die Fahrt damit 12 bis 15 Tage länger, bei täglichen Kosten von 20 000 bis 30 000 Dollar. (sda)

Indien schlägt Piratenangriff zurück

Die indische Marine hat im Golf von Aden einen Piratenangriff abgewehrt. Die Marine erklärte am Mittwoch, ein mutmassliches Piratenschiff habe sich am Dienstagabend gefolgt von zwei Schnellbooten dem Kriegsschiff «INS Tabar» genähert. Die Männer an Bord hätten gedroht, das Schiff in die Luft zu sprengen, und geschossen. Die Soldaten der «INS Tabar» erwiderten das Feuer und lösten den Angaben zufolge eine Explosion auf dem Piratenschiff aus. Das indische Schiff verfolgte eines der Schnellboote, das später verlassen aufgefunden wurde. Die «INS Tabar» ist seit dem 2. November im Golf von Aden gegen Piraten im Einsatz. (ap)

Deine Meinung zählt