SomaliaGeiseln aus der Hand von Piraten befreit
Zwei Wochen nach der Entführung zweier französischer Segler vor der somalischen Küste hat die französische Armee die beiden Geiseln befreit. Einer der beiden mutmasslichen Entführer wurde bei der Operation getötet.
Bei dem Einsatz in den Gewässern vor der abtrünnigen somalischen Region Puntland in der Nacht auf Dienstag nahm die französische Armee zudem sechs Piraten fest. Das entführte Ehepaar blieb unverletzt.
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy erklärte in Paris, er habe die Befreiung selbst angeordnet. An der Aktion seien 30 Mann beteiligt gewesen. Das Kommando habe die 16-Meter-Jacht «Carré d'As» binnen zehn Minuten unter seine Kontrolle gebracht.
Deutsche Unterstützung
Bei der Aktion hätten Deutschland und Malaysia «Unterstützung» geleistet, sagte Sarkozy weiter. Einzelheiten wollte er nicht nennen, um künftige Aktionen nicht zu gefährden.
Am Montag hatten die EU-Aussenminister beschlossen, einen Marineeinsatz zum Schutz europäischer Schiffe zu prüfen. Zunächst will die EU die Einsätze einzelner EU-Staaten koordinieren. Der UNO-Sicherheitsrat hatte Anfang Juni die Staaten ermächtigt, auch in somalischen Hoheitsgewässern gegen Piraten vorzugehen.
Warnungen missachtet
Das französische Paar hatte eine Segeljacht von Australien nach Frankreich überführen wollen. Trotz Warnungen hatte es sich ohne Begleitung in den Golf von Aden begeben, der für zahlreiche Überfälle somalischer Piraten bekannt ist.
Die Piraten hatten 1,4 Millionen Dollar Lösegeld sowie die Freilassung ihrer in Paris inhaftierten Kumpanen gefordert. Diese waren im Frühling an der Kaperung des Luxusseglers «Le Ponant» mit 30 Menschen beteiligt gewesen und ebenfalls von der französischen Armee festgenommen worden. (sda)
Hilfswerk fordert EU-Patrouillen
Das Welternährungsprogramm (WFP) hat die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, Schiffe zur Sicherung von Nahrungsmittellieferungen nach Somalia zu entsenden. Der zuständige WFP-Direktor Peter Goossens sagte, die Schiffstransporte würden von Piraten bedroht.
Wenn kein Land die kanadische Fregatte ersetze, die in weniger als zwei Wochen das Küstengebiet verlassen werde, müssten die Lieferungen eingestellt werden. Das kanadische Schiff hat bisher Ladungen des WFP bis in den Hafen von Mogadischu begleitet.
(ap)