Berlusconi will Eluana nicht ruhen lassen

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Keine GnadeBerlusconi will Eluana nicht ruhen lassen

Im Streit um den Tod der seit 17 Jahren im Koma liegende Eluana Englaro ist Rom offener Streit entbrannt. Staatspräsident Giorgio Napoletano weigerte sich am Freitag, eine Notverordnung der Regierung Berlusconi zu unterzeichnen.

Mit der Notverordnung wollte der Ministerrat die Sterbehilfe für Eluana Englaro verhindern. «Wir machen weiter, weil es so richtig ist», wurde Berlusconi von einigen seiner Kabinettskollegen zitiert. Ohne die Unterschrift Napolitanos kann das Dekret jedoch nicht in Kraft treten. Die Ernährung und die Versorgung mit Flüssigkeit als Formen der vitalen Unterstützung von Patienten dürften auf keine Weise von Personen abgelehnt werden, die unselbstständige Personen betreuen, heisst es in der Verordnung, die von Sozialminister Maurizio Sacconi verfasst wurde.

Die 38-jährige Eluana Englaro war in der Nacht zum Dienstag in eine Klinik in Udine gebracht worden. Am Freitagmorgen wurde dort die künstliche Ernährung der Koma-Patientin schrittweise abgesetzt.

Er erkenne in der Angelegenheit Englaro nicht die «Dringlichkeit», die die Verabschiedung einer Notverordnung rechtfertige, schrieb Napolitano vor seiner Entscheidung laut der Nachrichtenagentur Ansa in einem Brief an Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Ein Gericht hatte Englaros Vater Beppino Englaro erlaubt, die Ernährung seiner heute 38-jährigen Tochter abbrechen zu lassen. Englaro war 1992 nach einem Autounfall ins Koma gefallen, so dass sie völlig von medizinischen Geräten abhängt.

Ihr Fall bewegt ganz Italien. Während Englaros Vater vor unzähligen Gerichten für Sterbehilfe kämpfte, ist vor allem die katholische Kirche erbittert dagegen. Die italienische Bischofskonferenz rief am Freitag öffentlich dazu auf, Englaros Leben zu retten. (sda)

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