Hunger in den USA «ausgerottet»
In den USA gibt es offiziell keine unter Hunger leidenden Menschen mehr - weil die Regierung in Washington sie kurzerhand umbenannt hat.
In einem Bericht über die Nahrungsmittelversorgung der Bürger änderte das Landwirtschaftsministerium die Terminologie: Sprach es im vergangenen Bericht im Fall von hungernden Familien noch von «Nahrungsunsicherheit mit Hunger», ist im aktuellen Bericht von Menschen mit «sehr geringer Nahrungssicherheit» die Rede.
Betroffen waren davon im Jahr 2005 der Studie zufolge 10,8 Millionen US-Bürger. Insgesamt hatten 35 Millionen Menschen Schwierigkeiten, sich zu ernähren.
Nichtregierungsorganisationen kritisierten die Umbenennung der Hungernden, da damit nur Tatsachen verschleiert werden sollten. Es sei ein Fehler, die «Sprache zu verwässern», sagte Jim Weill von der Organisation Food Research and Action Center in Washington der Nachrichtenagentur AFP.
«Es gibt 35 Millionen Menschen in diesem Land, die mit Hunger kämpfen, egal wie man sie nennt», fügte er hinzu. Behördenvertreter verteidigten die Umbenennung. Sie beruhe auf Empfehlungen der nationalen Akademien. (sda)