MeilensteinErste Transsexuelle in Obamas Regierung
Wenn Amanda Simpson heute ihren Posten im US-Handelsministerium antritt, wird sie mit Sicherheit einen Meilenstein setzen – noch vor zehn Jahren hiess sie mit Vornamen Mitchell und war Raketentestpilot.
Amanda Simpson wurde von US-Präsident Barack Obama zur technischen Beraterin im Handelsministerium in Washington berufen. Die 49-Jährige, die vor zehn Jahren noch Mitchell Simpson hiess und sich einer Geschlechtsumwandlung unterzog, freute sich in einer persönlichen Pressemitteilung auf ihre neue Aufgabe: «Als erste transsexuelle Regierungsbeauftragte hoffe ich, dass ich bald eine von Hunderten bin».
Simpson arbeitete zuvor als Direktorin von Raytheon Missile Systems in Tucson. Für die neue Stelle sei sie «hochqualifiziert», schreiben Beobachter in den USA. Sie habe einen Abschluss in Physik, Ingenieurwissenschaften und Betriebswirtschaft. Als Raketen-Testpilot und Instruktor bringe sie eine 20-jährige Erfahrung mit.
Christliche Konservative protestieren
Amanda Simpson ist allerdings nicht die erste Transsexuelle, die nach Washington berufen wird. Sie ist aber die erste, die ihre Stelle tatsächlich antreten wird. 2004 war Diane Schroer, ein ehemaliger Oberst einer Spezialeinheit der US-Army, für eine Stelle als Analystin eines Terror-Forschungsprojekts in die US-Hauptstadt geholt worden. Als Schroer ihren zukünftigen Arbeitgeber über ihre Geschlechtsumwandlung informierte, wurde der Auftrag rückgängig gemacht.
Mit der Berufung von Amanda Simpson stösst Präsident Obama vor allem christliche Gruppierungen vor den Kopf. Peter LaBarbera, Präsident einer rechtskonservativen Organisation namens «Americans for Truth», schoss als Erster gegen den Entscheid: «Wie weit soll diese Politik des homosexuellen Aktivismus gehen?», fragt er auf «Citizen Link». Simpsons Berufung sei «jenseits des menschlichen Fassungsvermögens», tobte Matt Barber, Dekan der konservativen «Liberty University».