Chaoten verwüsten Basler Einkaufsstrasse

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VandalismusChaoten verwüsten Basler Einkaufsstrasse

Eine Gruppe von etwa 20 Vermummten hat in der Freien Strasse in Basel grossen Schaden hinterlassen. Schaufenster wurden eingeschlagen und Hauswände mit Parolen besprayt.

Die Spuren der Vandalen sind am Tag danach deutlich zu sehen. (Bild: Simon Ertler/newspictures)

Die Spuren der Vandalen sind am Tag danach deutlich zu sehen. (Bild: Simon Ertler/newspictures)

Eine Gruppe von etwa 20 Vermummten hat am Freitagabend auf einem Saubannerzug durch eine Einkaufsstrasse in Basel grossen Schaden hinterlassen. Sie schlugen Schaufenster und Autoscheiben ein und besprayten Hauswände mit Parolen.

Passanten, die die Vandalen beobachteten, alarmierten die Polizei, wie die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt mitteilte. Gleichzeitig ging bei einer Bijouterie der Einbruchalarm los. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Sie erhielt Verstärkung von den Baselbieter Kollegen und der Grenzwache.

Wahllos Scheiben eingeschlagen

Die Vermummten hätten auf einem 200 bis 300 Meter langen Abschnitt der Freien Strasse wahllos praktisch alle Schaufenster zertrümmert, sagte Markus Melzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. 25 bis 30 Geschäfte waren betroffen. Zudem wurden etwa 10 Fahrzeuge beschädigt.

Ein Motiv sei nicht auszumachen, sagte der Sprecher. Die Vandalen hätten Losungen und Symbole gegen den Kapitalismus an Gebäude gesprayt. Die Schadensumme war am Samstag noch nicht bekannt, laut Melzl dürfte sie aber mehrere 100 000 Franken betragen.

Bauhämmer als Tatwerkzeuge

Bei der Kreuzung der Freien Strasse mit der Rüdengasse trennte sich der Vandalen-Trupp. Die unbekannten Täter liefen in unterschiedliche Richtungen davon. Ihre Tatwerkzeuge - meist Bauhämmer - liessen sie ebenso zurück wie Kleidungsstücke, mit denen sie ihre Gesichter bedeckt hatten.

Zuvor hatte laut der Staatsanwaltschaft offenbar ein unbewilligter Fackelzug im Raum Steinenvorstadt und Barfüsserplatz stattgefunden. Gemäss Zeugenangaben sei dieser relativ friedlich gewesen, sagte Melzl. Der Zug bewegte sich bis zur Einmündung der Streitgasse in die Freie Strasse.

Laut der Staatsanwaltschaft vermummten sich dann einige Teilnehmer unversehens, rannten durch die Freie Strasse und richteten dabei die Schäden an. Nach kürzester Zeit sei der Spuk vorbei gewesen. Keiner der Täter konnte angehalten werden, sagte Melzl. Das Kriminalkommissariat hat Ermittlungen aufgenommen.

Mutmassungen über Täter

Woher die Täter kamen, ist nicht geklärt. Melzl verwies auf die antikapitalistischen Sprayereien: Nicht auszuschliessen sei, dass sich eine Gruppe dem Fackelzug «angehängt» habe, welcher möglicherweise im Zusammenhang mit der Polemik um verbotenes Fackelabbrennen durch einen FCB-Spieler gestanden sei. Es gebe Hinweise auf Linksautonome wie auf Hooligans.

Nicht gesagt werden könne derzeit weiter, ob ein Zusammenhang mit dem Saubannerzug in Basel vom Abend des 1. Mai besteht. Damals wie jetzt habe es eine spontane Zusammenrottung gegeben, und die Täter hätten sich vorbereitet: damals mit einem Molotow-Cocktail und Farbbeuteln, jetzt mit Hämmern, sagte Melzl.

(sda)

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