BaselTramsurfen macht durstig
Lebensgefährlicher Bubenstreich: In Birsfelden fuhr ein junger Mann Hunderte von Metern auf einer Tramkupplung mit. Wie ein Mobile-Reporter berichtet, trank der lebensmüde Tramsurfer dabei sogar aus einer Wasserflasche. Doch die Tage dieser «Trendsportart» scheinen bald gezählt.
Unglaubliche Szenen spielten sich gestern Nachmittag in Birsfelden BL ab: Das Tram Nummer 3 steht an der Haltestelle «Schulstrasse», als plötzlich zwei junge Männer aus dem nahegelegenen Park auftauchen. «Kurz bevor das Tram abfuhr, sprang einer der beiden auf die Kupplung», berichtet Frank Kresin, Mobile-Reporter von 20 Minuten Online. Er fährt mit seinem Auto neben dem Tram weiter, schiesst einige Fotos.
Trinkspiel über Tramgeleisen
Plötzlich geschieht das Unfassbare: «Der Kollege reichte dem Tramsurfer sogar eine Flasche durch das Kippfenster.» Der Jugendliche spielt ein gefährliches Spiel, wie frühere Vorfälle zeigen. Erst im vergangenen Januar stürzte ein stockbetrunkener Mann in Basel von der rutschigen Tramkupplung und zog sich dabei Verletzungen zu.
Der Tramsurfer von Birsfelden hat mehr Glück: Nach rund 800 Metern Fahrt steigt er bei der Haltestelle «Salinenstrasse» von der Kupplung herunter und verschwindet im Dorf. Mobile-Reporter Frank Kresin ist ungehalten über die Aktion: «Das ist kein Bubenstreich, sondern ein gefährlicher Unsinn. Irgendwo hört der Spass auf.»
Neue Trams sind Graus für Tramsurfer
Nicht nur in Basel, sondern auch in Zürich gab vor einigen Jahren Vorfälle mit Tramsurfern. 2003 etwa verprügelte ein betrunkener und verwirrter Tramsurfer vier Passanten. Im gleichen Jahr geriet ein 40-jähriger Mann unter die Tramräder, als er von der Kupplung zwischen zwei Motorwagen fiel. «So etwas ist in den letzten Jahren nicht mehr passiert», weiss Daniela Tobler, Pressesprecherin der Verkehrsbetriebe Zürich VBZ. Die moderne Technik macht den Tramsurfern einen Strich durch die Rechnung: Die neuen Strassenbahnen, welche in den Schweizer Städten die alten Modelle ablösen,haben gar keine Kupplungen mehr. Die Tage der Tramsurfer scheinen also gezählt.
Nicht nur auf Trams, auch S-Bahn-Züge werden für Mutproben missbraucht, wie ein Video aus Dänemark zeigt.
(am)