Immer mehr ProstituiertePreiskampf spitzt sich zu
Noch nie gab es so viele Sex-Arbeiterinnen in Basel wie im November. Das setzt die Frauen unter Druck: Sex ohne Gummi und Drogen sind aktuell auf dem Vormarsch.

Die Konkurrenz unter den Sex-Arbeiterinnen nimmt zu. (Foto: hys)
Rekordverdächtige 582 Sex-Arbeiterinnen waren im November in Basel gemeldet. Zum Vergleich: Noch Anfang Jahr waren es jeweils um 150. Nach der Ausweitung der Personenfreizügigkeit in Richtung Osten stieg die Zahl im Mai auf 413 und blieb seither konstant hoch. «Wir haben damit gerechnet, dass der Markt ausgetestet wird», so Martin Schütz vom Justiz- und Sicherheitsdepartement. Eigentlich sei das Klima moderat, aber die neue Konkurrenzsituation habe auch einige Unruhe ins Rotlicht-Viertel gebracht. Anwohner gaben gegenüber 20 Minuten an, dass in den letzten Wochen immer mehr Frauen wieder ausserhalb der Toleranzzone anschaffen würden.
Ein viel grösseres Problem ist momentan der Preisdruck durch das grosse Angebot im Milieu. «Die Situation war wegen der schlechten Konjunktur schon vorher schwierig», so Daniel Stolz von der Aidshilfe beider Basel. Der Konkurrenzdruck schwäche die Position der Frauen gegenüber den Freiern zusätzlich. «Wir hören vermehrt von Druckversuchen von Freiern, die Sex ohne Kondom wollen», so Stolz. Ausserdem sieht die Fachstelle weitere beunruhigende Tendenzen: «Nach unserem Eindruck versuchen sich immer mehr Frauen mit Kokain und anderen Substanzen wach zu halten», so Stolz, «und die Situation droht noch härter zu werden.»