«Vergelte nicht Unrecht mit Unrecht»

Aktualisiert

Aufruf an Peter K.«Vergelte nicht Unrecht mit Unrecht»

Kurz bevor die fatalen Ereignisse in Biel ihren Lauf nahmen, hatte Peter K. einem Bekannten einen Brief geschrieben. Der appelliert nun an den immer noch flüchtigen Amok-Läufer.

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«Ich kann verstehen, was in Dir vorgeht in dieser schwierigen Zeit», schreibt «Bobi», ein Bekannter Peter K.'s. Der im Ausland lebende Freund sagt, er sei in die Schweiz gereist. Und er hat einen Aufruf verfasst, in der Hoffnung, der flüchtige Peter K. lasse sich so von weiteren Gewalttaten abbringen.

Peter K. war in der Nacht auf Donnerstag vor die Tür seines Hauses getreten, in dem er sich verschanzt hatte, und schoss unvermittelt auf einen Polizisten. Diser wurde schwer verletzt. In der folgenden Nacht schoss der Flüchtige erneut auf Ordnungshüter, diesmal aus der Distanz, ohne sie zu treffen. Seither fehlt von ihm jede Spur.

Peter K. hatte sich offenbar bei «Bobi» in einem Brief darüber beklagt, dass die Bieler Behörden ihn ignorierten. Am Samstag wurde bereits bekannt, dass sich K. vor seiner Tat schriftlich an seinen Cousin gerichtet habe. Ob «Bobi» und der Cousin ein und dieselbe Person sind, bleibt unklar. Die Berner Kantonspolizei wollte die Identität von «Bobi» nicht offenlegen.

Dieser schreibt in seinem Brief, den die Polizei am frühen Sonntagabend auch als Audio-Botschaft auf ihrer Webseite (siehe Infobox) veröffentlicht hat: «Deine Aktion hat die Öffentlichkeit aufmerksam gemacht. Deine Begehren und Deine Lage werden erkannt. Sollte es aber zu weiteren Verletzten kommen, wird auch die Sympathie für Deine Anliegen bei der Bevölkerung schwinden. Peter, ich bitte dich daher nicht Unrecht mit Unrecht zu vergelten und Dich zu melden.» K. könne ihm einen Brief schreiben oder sich telefonisch melden (031 / 634 73 42).

Polizist weiterhin im Spital

Die Berner Kantonspolizei teilte weiter mit, dass die Bemühungen, Peter K. aufzuspüren, intensiv weiterliefen. Der von Peter K. angeschossene Polizist befinde sich immer noch in der Intensivstation eines Spitals. Sein Zustand sei stabil.

Ob die Schulen im Lindenquartier am Montag wieder öffnen, werde am Sonntagabend entschieden.

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