Todesstrafe: Giftspritze erzeugt grosse Qualen

Aktualisiert

Todesstrafe: Giftspritze erzeugt grosse Qualen

Die in den USA weit verbreitete Hinrichtung per Giftspritze ist nach einer wissenschaftlichen Studie häufig mit unnötigen Schmerzen verbunden.

Viele Todeskandidaten hätten möglicherweise leiden müssen, weil sie nicht fachgerecht betäubt worden seien, besagt eine am Donnerstag veröffentliche Studie im britischen Fachblatt «The Lancet». Die Herausgeber der Studie fordern ein Ende der Todesspritze, um mögliche Quälereien bei Hinrichtungen zu vermeiden.

Betäubung bei der Todesspritze sei unerlässlich, um Schmerzen minimal zu halten und öffentliche Akzeptanz der Methode zu gewährleisten, heisst es in der Studie der Medizinfakultät der Universität Miami.

Obduktionen aus den Staaten Arizona, Georgia, North Carolina und South Carolina zeigten aber, dass die Konzentration des Betäubungsmittels Thiopental im Blut von 43 der 49 hingerichteten Gefangenen geringer gewesen sei als für Operationen vorausgesetzt werde.

Bei 21 Gefangenen sei die Konzentration im Blut so gering gewesen, dass sie bei der Hinrichtung vermutlich bei Bewusstsein gewesen seien und starke Schmerzen gehabt hätten. Henker in den Staaten Texas und Virginia, wo besonders viele Hinrichtungen vollstreckt werden, hätten kein Betäubungstraining gehabt, hiess es weiter.

Seit 1976 seien 788 der 956 Todeskandidaten mit Hilfe der Todesspritze umgebracht worden. Das Oberste Gericht hatte Hinrichtungen 1976 wieder gebilligt.

Im Vergleich zu Hinrichtungen etwa auf dem elektrischen Stuhl galt die Todesspritze bei Befürwortern bisher als schmerzloseste Methode. Dem Todeskandidaten wird zunächst Thiopental zum Betäuben gespritzt, dann folgt eine Spritze zur Muskellähmung und schliesslich das eigentliche Gift, das zum Herzstillstand führt.

(sda)

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