US-Hackerangriff auf Schweizer Bundespolizei

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Fall TinnerUS-Hackerangriff auf Schweizer Bundespolizei

Der US-Geheimdienst hat im Fall Tinner viel stärker in der Schweiz interveniert als bisher bekannt. Dazu gehörte auch ein Hacker-Angriff auf das Computerzentrum der Bundespolizei.

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Die CIA hat mit zahlreichen Mitteln versucht, eine Anklage gegen die mutmasslichen Atomschmuggler in der Schweiz zu verhindern. Das beschreibt ein aktuelles Buch von zwei US-Autoren über das Schmuggel-Netzwerk des Atomwaffen-Konstrukteurs Abdul Khan. Ein damals involvierter Beamter bestätigt der «SonntagsZeitung» den Hackerangriff.

Aktenvernichtung ein Wunsch der USA

Der damalige Justizminister Christoph Blocher war unter starkem Druck von verschiedenen US-Offiziellen, Ermittlungen gegen die Tinners zu verhindern und den USA alle Dokumente zum Atomschmuggel auszuliefern. Der Grund: Die Schweizer Mitglieder des Khan-Netzwerks hatten ab spätestens Sommer 2003 mit der CIA kooperiert und dem Geheimdienst Informationen über das Netzwerk geliefert.

Ende 2007 hat der Bundesrat dem Druck der USA teilweise nachgegeben und entschieden, die Tinner-Akten zu vernichten. Der Bundesrat argumentierte, der Schweiz als Nicht-Nuklearstaat sei es verboten, Pläne von Atomwaffen zu besitzen.

Whistleblower informierte USA laufend

Die Arbeit der Schweizer Behörden wurde laut dem Buch von Collins und Frantz sogar durch eigene Beamte erschwert. So soll ein «leitender Mitarbeiter des Schweizer Geheimdienstes» die US-Behörden laufend über alle Schritte der Schweiz informiert haben.

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