KlimaerwärmungCO2 muss um 70 Prozent gesenkt werden
Der weltweite Ausstoss von Treibhausgasen muss bis Ende dieses Jahrhunderts um 70 Prozent gesenkt werden, um die Eisberge der Arktis zu retten – sagt eine US-Studie.
Laut der von der Fachzeitschrift «Geophysical Research Letters» publizierten Studie würde selbst mit der 70-Prozent-Reduktion die weltweite Durchschnittstemperatur bis ins Jahr 2100 um 0,6 Grad steigen. Werden die Emissionen nicht verringert, beträgt der Temperaturanstieg bis zu 2,2 Grad.
Dies hätte unter anderem zur Folge, dass mindestens drei Viertel der arktischen Sommer-Eisdecke wegschmelzen würde. Dank der Massnahmen zur Reduktion könnte die Eisschmelze auf etwa einen Viertel beschränkt werden, schreiben die Forscher um Warren Washington vom Zentrum für Atmosphärenforschung im kalifornischen Boulder.
Eisbären retten
Gemäss dem Forschungsteam, dem auch der ETH-Forscher Reto Knutti angehört, würde dies helfen, die Fisch- und Wasservogelpopulationen sowie Tiere wie die Eisbären zu erhalten. Auch andere gefährliche Folgen der Klimaerwärmung könnten zumindest teilweise vermieden werden.
Der Meeresspiegel würde laut der Studie um nur 14 Zentimeter statt 22 Zentimeter steigen. Und die weltweite Fläche mit Permafrost nahe der Oberfläche nähme um 45 statt 70 Prozent ab. Rund 2,7 Millionen Quadratkilometer Permafrostfläche könnten so bewahrt werden. Tauen Permafrostböden auf, kann die Erde instabil werden.
Katastrophe abwenden
«Die Arbeit zeigt, dass wir eine weitere Erwärmung der Temperatur in diesem Jahrhundert nicht mehr aufhalten können», sagte Warren Washington. Aber wenn Reduktionsziele in der Grössenordnung von 70 Prozent erreicht würden, könne das System stabilisiert und eine Katastrophe abgewendet werden.
Seit der vorindustriellen Zeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die weltweite Durchschnittstemperatur um rund ein Grad angestiegen. Diese Erwärmung ist vornehmlich auf den menschlichen Ausstoss von klimaerwärmenden Gasen - vor allem CO2 - zurückzuführen. Eine weitere Erwärmung um ein Grad oder mehr könnte laut Forschern gefährlich werden. (sda)