Nächster Eklat beim Fackellauf

Aktualisiert

Nächster Eklat beim Fackellauf

Der japanische Tempel Zenkoji will entgegen bisheriger Planungen nicht als Startpunkt für den olympischen Fackellauf am 26. April in Nagano dienen. Das haben die Tempeloberen auf einer Sondersitzung entschieden.

Als Gründe wurden Sicherheitsbedenken und die chinesische «Unterdrückung» Tibets genannt, meldeten japanische Nachrichtenagenturen. «Die Mönche sind sehr beunruhigt», sagte ein Mitarbeiter des Tempels. «Wir teilen das starke Gefühl, dass wir die gleichen Buddhisten wie die Tibeter sind.»

In dem Tempel wurden 1998 für die Winterspiele in Nagano und bereits 1964 bei den Sommerspielen in Tokio die Glocken zu Beginn der Eröffnungsfeier geläutet.

Fackel in Thailand

Die olympische Fackel traf unterdessen am Freitagmorgen unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in Thailand ein. Das Flugzeug mit dem olympischen Feuer landete auf einem Militärflughafen bei Bangkok, ehe es unter starkem Polizeischutz in die Innenstadt gebracht wurde.

Die thailändische Polizei hatte am Donnerstag davor gewarnt, den Fackellauf zu stören. «Wir sind für Gruppen mit bösen Absichten gewappnet», sagte ein Polizeisprecher. Rund 2000 Polizisten und Soldaten wollen die Fackelläufer in Bangkok abschirmen.

Friedliche Proteste seien kein Problem, sagte Aussenminister Noppadon Pattama. Gewalttätige Störenfriede müssten aber mit Anklagen rechnen.

Die Schwester des Königs, Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn, hat die Fackelträger für Freitagabend zu einem festlichen Dinner geladen. Der Fackellauf beginnt am Samstag um 10.00 MESZ im Chinesenviertel von Bangkok. Die Strecke ist gut zehn Kilometer lang. Die Fackel wird anschliessend nach Kuala Lumpur in Malaysia geflogen.

Zuvor war die olympische Fackel in Indien gewesen. Dort hatte die Polizei mit Massenfestnahmen auf Proteste von Exiltibetern gegen den olympischen Fackellauf in Neu Delhi reagiert. Insgesamt waren 276 Menschen festgenommen worden. Der Fackellauf selbst verlief auf einer abgeschirmten Route ohne Störungen.

In London, Paris und San Francisco war es zu Ausschreitungen bei Protesten gegen die Tibet-Politik Chinas gekommen. (sda)

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