Assad wütet weiterMit Gewalt gegen Ironie
Ali Fersat ist als Karikaturist weit über die Grenzen seiner syrischen Heimat hinaus bekannt. Nun hat ihm das Assad-Regime brutal signalisiert, dass es seine Kunst nicht mehr goutiert.
Der syrische Künstler Ali Fersat hat sich über die Jahre mit seinen Karikaturen über arabische Diktatoren wie Saddam Hussein und Muammar Gaddafi den Respekt vieler Araber erarbeitet. Am Donnerstag hat ihm das Regime in Damaskus unmissverständlich klar gemacht, dass es ähnliche Attacken gegen Präsident Baschar al Assad nicht länger toleriert: Fersat wurde aus seinem Auto gezerrt und brutal verprügelt (20 Minuten Online berichtete). «Wir brechen dir deine Hände, damit du aufhörst zu zeichnen», sagten maskierte Schergen laut Aussagen eines Familienmitgleids.
Selbst die US-Regierung sah sich angesichts des Vorgehens zu einer Reaktion genötigt. «Sie haben seine Hände auf widerwärtige Art und Weise gebrochen, um eine Botschaft zu übermitteln», sagte eine Sprecherin des Aussenministeriums. In einem Telefoninterview mit der Nachrichtengentur AP äusserte der Künstler Zuversicht, dass die syrische Revolution gelingen würde: «Zwei Dinge im Leben können nicht unterdrückt werden, der Wille Gottes und der Wille des Volkes.»
Präsident Baschar al Assad galt früher selbst als Fan Fersats und besuchte gar seine Ausstellungen. Wie viele andere hatte auch Fersat zu Beginn von Assads Machtübernahme 2000 Hoffnung auf eine Öffnung und grössere künstlerische Freiheiten geäussert. Spätestens am Donnerstag dürften sich diese endgültig zerschlagen haben.