Fälscher-Trio narrte Experten 17 Jahre lang
Die britische Justiz hat ein hochbetagtes Ehepaar und dessen Sohn wegen der Fälschung von Antiquitäten und Kunstwerken über einen Zeitraum von 17 Jahren für schuldig befunden.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 47-jährige Shaun G., seine 83-jährige Mutter und sein 84-jähriger Vater in ihrem bescheidenen Haus in Bolton bei Manchester Kunstgegenstände herstellten und für teures Geld verkauften.
Dabei führte das Fälscher-Trio, das sich am Freitag schuldig bekannte, selbst ausgewiesene Experten und renommierte Museen an der Nase herum. Der Sohn wurde zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, die Mutter zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung.
Das Strafmass für den im Rollstuhl sitzenden Vater, einen früheren Industriedesigner, sollte erst nach Gutachten über seinen Gesundheitszustand festgelegt werden.
Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass das Familienunternehmen zwischen 1989 und 2006 mehr als 120 Kunstgegenstände herstellte und zu Geld machte. DerSohn, der als Künstler keinen Erfolg hatte, wollte sich demnach nicht bereichern, sondern es dem Kunstbetrieb heimzahlen.
Während er die Fälschungen produzierte, kümmerten sich seine Eltern, insbesondere der Vater, um deren Vermarktung. So erklärten Fachleute des British Museum eine angeblich aus dem Jahr 1350 vor Christus stammende ägyptische Statue für echt, das Auktionshaus Christie's schätzte ihren Wert auf 500 000 Pfund (1,15 Mio. Franken), und der Gemeinderat von Bolton erwarb sie vor vier Jahren für 400 000 Pfund.
(sda)