Aktivisten sind verärgert«Gehorsame Ehefrauen» expandieren
Den «Club der gehorsamen Ehefrauen» gibt es jetzt auch in Indonesien. Das Motto des Clubs ist klar: Die Frau muss ihrem Ehemann gehorchen, besonders beim Sex.

Den «Club der Gehorsamen Ehefrauen» gibt es jetzt auch in Indonesien.
Der «Club der gehorsamen Ehefrauen» expandiert: Nach Malaysia hat nun auch Indonesien eine Niederlassung - zur Verärgerung von Frauenrechtsaktivisten. Etwa 50 Frauen und ihre Ehemänner nahmen am Samstagabend an der Eröffnungsfeier in einem Restaurant in Jakarta teil. Der Club hält Frauen an, ihren Männern zu gehorchen und ihnen alle Wünsche zu erfüllen.
«Eine Frau muss ihrem Ehemann in allen Bereichen zu 100 Prozent gehorchen, besonders bei der Sexualität», sagte die Vorsitzende Gina Puspita. Im Club sollen die Frauen auch lernen, wie ihre Männer im Bett zufriedenzustellen sind. Der Club wurde in Malaysia von der konservativen islamischen Gruppe Global Ikhwan gegründet. Die Organisatoren haben erklärt, sie wollten mit ihren Lehren Prostitution und Scheidungen eindämmen.
Die indonesische Organisation für Frauenrechte KOMNAS Perempuan erklärte, ein solcher Verein sei nutzlos und werde in Indonesien keine Unterstützung erhalten. «Der Gehorsam sollte von beiden Seiten kommen, von dem Ehemann und der Ehefrau», sagte Sprecher Husein Muhammad am Sonntag. «Ein solcher Club ordnet die Frauen unter.» Ellin Rozana vom Fraueninstitut erklärte, die Bemühungen des Vereins gingen in die falsche Richtung. Prostitution sei mehr auf Armut zurückzuführen als auf unerfüllte sexuelle Wünsche.
Die Organisatoren des «Clubs der gehorsamen Ehefrauen» gründeten im Jahr 2009 bereits einen Ableger ihres Polygamie-Clubs in Indonesien. Frauenorganisationen und geistliche Führer reagierten damals verärgert. (dapd)