Jugendliche trampeln Mann zu Tode

Aktualisiert

HamburgJugendliche trampeln Mann zu Tode

Schon wieder haben zwei Jugendliche einen unschuldigen Passanten zu Tode getreten. Im Hamburger Fussgängertunnel wurde der Mann Opfer der Gewalttat, weil er sich geweigert hatte, den zwei Jungs Geld zu geben.

Claus-Peter Tiemann/AP
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Claus-Peter Tiemann/AP

Zwei als gewalttätig bekannte 16 und 17 Jahre alte Jungen aus Hamburg haben nach Polizeiangaben einen Mann in einer Tunnelanlage niedergeschlagen und dann mit Tritten gegen den Kopf getötet. Sie wurden wegen Verdachts auf Totschlag verhaftet. Das Motiv war nichtig: Das Opfer wollte den Jugendlichen kein Geld geben.

Erst vor anderthalb Wochen hatte ein ähnliches Verbrechen die Bevölkerung erschüttert. In Bayern war ein Geschäftsmann von zwei 17- und 18-jährigen Räubern mit Schlägen und Tritten umgebracht worden, weil er vier Kinder vor ihnen verteidigt hatte.

Täter wollten Geld

In dem neuen Fall hatten die Jugendlichen das 44 Jahre alte Opfer den Ermittlungen zufolge zunächst nach Geld gefragt. Als der Mann ablehnte, schlug ihn einer der mutmasslichen Täter zu Boden. Dann traten die Jugendlichen laut Polizei auf den 44-Jährigen ein, insbesondere gegen den Kopf. Dann rannten die Jugendlichen unerkannt zu einem nahen Bahnhof. Ein Begleiter des Opfers alarmierte die Rettungskräfte. Das Opfer starb nach drei Wochen im Krankenhaus an schweren Kopfverletzungen. Die Tat ereignete sich bereits im Juni, wurde aber bisher nicht bekannt.

Die Polizei kam über Videoaufzeichnungen aus dem nahen Bahnhof Hamburg-Harburg auf die Spur der Tatverdächtigen, sie wurden ausserdem von Zeugen identifiziert. «Wir haben die Überwachungsbänder unter Polizeibeamten gezeigt, dadurch kamen erste Hinweise», sagte Polizeisprecherin Karina Sadowsky. Ein Begleiter des getöteten Mannes konnte bei der Tat nicht helfen, weil er betrunken war.

Das Amtsgericht erliess gegen die Verdächtigen, einen Deutschen und einen Türken, Haftbefehle, die am Montag vollstreckt wurden. Ein dritter mutmasslicher Tatbeteiligter im Alter von 16 Jahren blieb dagegen auf freiem Fuss. «Er stand wohl bei der Tat daneben», sagte die Sprecherin. Die beiden verhafteten Jugendlichen schweigen zu den Vorwürfen.

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