Mundart wird zunehmend teutonisiert

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Fachleute besorgtMundart wird zunehmend teutonisiert

Die Deutschen gefährden unsere Mundart. Immer mehr typische Ausdrücke unserer nördlichen Nachbarn finden Eingang in unsere Alltagssprache. Fachleute sind besorgt.

Andy Fischer
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Andy Fischer

Plötzlich gehen Schweizer grillen statt grillieren und parken ihre Autos, anstatt sie zu parkieren. Zu verdanken haben wir das den Deutschen, die neben ihrer begehrten Arbeitskraft natürlich auch ihr geschliffenes Deutsch mit ins Land bringen: 200 000 Deutsche leben inzwischen in der Schweiz. Und auch ihre Sprache macht sich hier breit – auf der Strasse beim Plaudern ebenso wie in Zeitungen und Zeitschriften. Ein gutschweizerisches SMS wird zu einer SMS, statt in die Ferien fährt man in den Urlaub.

Die Teutonisierung unserer Mundart ist für Sprachspezialisten ein rotes Tuch. «Es ist eine schleichende Umwandlung zu erkennen», so Peter Heisch vom Schweizerischen Verein für die deutsche Sprache. «Wir halten diesen Trend für bedenklich.» Heisch ermahnt vor allem die Zeitungen, solche «Anti-Helvetismen» nicht durchzulassen, «weil sie nicht unserem Sprachgebrauch entsprechen».

Auch für Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument ist klar: «Je mehr Deutsche kommen, desto mehr nehmen wir ihre Sprache an.» Und er fügt an: «Wenn wir künftig auf dem Gehsteig anstatt auf dem Trottoir spazieren, wäre das schade.»

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