Schweizer Rekruten spielen Irak-Folterer

Aktualisiert

Schweizer Rekruten spielen Irak-Folterer

Menschenverachtende Szenen in der Schweizer Armee: Rekruten spielten die Demütigungen aus dem Folterknast Abu Ghraib nach und stellten die Bilder ins Internet.

Halb nackt liegt ein junger Mann am Boden, sein Hals ist mit einem Militärgurt angeleint, auf seinen Kopf ist ein Sturmgewehr gerichtet. Ein Soldat drückt ihm den Stiefel ins Gesicht. Diese Bilder stammen nicht aus einem irakischen Folterknast, sondern dokumentieren den scheinbar ganz normalen Wahnsinn der letztjährigen Panzer-RS21 in Thun. «Das ist abscheulich», so der Schulkommandant Oberst i Gst Hans Schori, «mit der Waffe zielt man nur auf etwas, das man vernichten will.»

Den Rekruten hat das Foltern so gut gefallen, dass sie es mit wechselnden Rollen durchgespielt und Erinnerungsfotos davon im Internet veröffentlicht haben. «Es war lustig, wir haben auch noch gröbere Bilder gemacht und dem Kollegen einen Sack über den Kopf gestülpt», sagt der Homepage-Betreiber, der anonym bleiben will. Freiwillig will er die Bilder nicht entfernen: «Es muss ja niemand hinschauen.» Oberst Schori will aber kein Auge zudrücken, sondern sofort Nachforschungen einleiten. Bis jetzt ist aber nur so viel klar: «Mit der Veröffentlichung der Fotos haben die Rekruten nicht nur gegen Anstand und Würde verstossen, sondern auch das Dienstgeheimnis verletzt und müssen daher mit einem Verfahren rechnen.»

Patrick Marbach

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