Geheimdienst soll Freikirchen überwachen

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Linke ForderungGeheimdienst soll Freikirchen überwachen

Angriff auf die frommen Christen: Linke und Laizisten verlangen, dass auch Evangelikale vom Geheimdienst überwacht werden.

Désirée Pomper
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Désirée Pomper
ICF-Gottesdienst mit Pastor Leo Bigger im Maag-Areal. (Doris Fanconi)

ICF-Gottesdienst mit Pastor Leo Bigger im Maag-Areal. (Doris Fanconi)

Die Schweizerische Laizistische Gesellschaft SLG fordert von Bund und Kantonen, dass sie fundamentalistische Freikirchen wie ICF und ihre Prediger nachrichtendienstlich überwachen und regelmässig überprüfen. «Die wortwörtliche Auslegung der Bibel, die solche Freikirchen betreiben, gefährdet unser demokratisch-liberales Staatssystem», ist SLG-Präsidentin Andrea Arezina überzeugt. Auch SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr ruft den Bund dazu auf, nicht nur muslimische, sondern auch christliche Fundamentalisten ins Visier zu nehmen. «Der Bund sollte untersuchen, was für Gefahren von diesen Kreisen ausgehen und ob das Gewaltmonopol des Staates respektiert wird», sagt Fehr, die in der Herbstsession eine entsprechende Interpellation einreichen wird.

ICF-Sprecher Daniel Linder ist bestürzt über «das erschreckend tiefe Niveau» der neusten Forderungen: «Wir sind keine christlichen Taliban. Wer glaubt, wir seien eine gefährliche Organisation, hat nicht verstanden, was Christsein bedeutet.» Wilf Gasser, der Präsident der Schweizerischen Evangelischen Allianz, bezeichnet den Kampf gegen die Freikirchen als «Kreuzzug der Aufklärer», nimmt es aber sportlich: «Wenigstens wird der Glaube so wieder zum Thema.»

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Forderung der SLG tatsächlich durchkommt, ist minim: «Das Gesetz sagt klar, dass nur gewaltbereite Organisationen dem Staatschutz unterliegen», sagt Karin Keller-Sutter, Vizepräsidentin der Polizeidirektorenkonferenz. Man könne schliesslich nicht alle, die eine andere Meinung hätten, überwachen.

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