Leuenberger am 1. August nicht auf dem Rütli
Bundespräsident Moritz Leuenberger verzichtet auf eine Teilnahme an der 1. August-Feier auf dem Rütli. Es entspreche nicht einer Tradition, dass der Bundespräsident dort spreche, lautet seine Begründung.
Der Entscheid Leuenbergers werde vom Gesamtbundesrat mitgetragen, sagte UVEK-Sprecher André Simonazzi am Dienstag zu einer entsprechenden Meldung von «Schweiz aktuell» vom Schweizer Fernsehen (SF). Die Vorfälle mit Neonazis in den letzten Jahren hätten diesen Entscheid nicht mitbeeinflusst.
Hinter dem Entscheid stehe hingegen die Überlegung, dass mit einer nochmaligen Teilnahme des Bundespräsidenten langsam eine Tradition geschaffen worden wäre. Es sei aber vielmehr so, dass alle 1. August-Feiern in der Schweiz gleich wichtig seien.
Wo Moritz Leuenberger am 1. August spricht, ist gemäss dem Sprecher derzeit noch nicht bestimmt. Am 31. Juli wird er im Val de Travers im Neuenburger Jura an einer Feier von Jugendlichen teilnehmen.
Schmid ausgepfiffen
Die Rütli-Feier hatte in den letzten Jahren zunehmend pöbelnde Rechtsextremisten angezogen. Wiederholt störten sie die Feier. Zum Eklat kam es am 1. August 2005. Bundespräsident Samuel Schmid war gezwungen, seine Ansprache mehrmals zu unterbrechen, weil er beschimpft, beleidigt und ausgepfiffen wurde.
Rund 700 der 2000 Teilnehmer an der Rütlifeier stammten aus der rechtsradikalen Szene. Als Konsequenz wird die Platzzahl für die diesjährige Bundesfeier aus Sicherheitsgründen beschränkt. Zutritt erhält nur, wer ein Eintrittsbillett vorweisen kann. (sda)