Die Burka kommt vors Volk

Aktualisiert

Premiere im TessinDie Burka kommt vors Volk

Im Südkanton wird zum ersten Mal in der Schweiz das Stimmvolk über ein Burkaverbot abstimmen. Die dazu nötigen 10 000 Unterschriften sind beisammen.

Im Tessin ist eine Initiative zustande gekommen, die ein Burkaverbot fordert.

Im Tessin ist eine Initiative zustande gekommen, die ein Burkaverbot fordert.

Ein Komitee um den Journalisten Giorgio Ghiringhelli hat über 10 000 Unterschriften für eine Initiative gesammelt, die ein Verschleierungsverbot fordert. Am Donnerstag deponierte das Komitee die Unterschriften auf der Tessiner Staatskanzlei in Bellinzona. «Es sind sicher über 10 000 Unterschriften zusammengekommen», bestätigte deren Sprecher Carmelo Mazza entsprechende Berichte des «St. Galler Tagblatts» und der «Basler Zeitung».

Für das Zustandekommen der Initiative sind mindestens 10 000 gültige Unterschriften nötig. Genau ausgezählt und geprüft werden die eingereichten Bogen nächste Woche.

Stimmbürger müssen bestimmen

Weil das Verschleierungsverbot eine Verfassungsänderung verlangt, müssen die Stimmbürger darüber abstimmen. Für den Initianten Girgio Ghiringhelli ist bereits das Zustandekommen der Initiative ein Erfolg: Das «grandiose Resultat» zeige, wie wichtig das Thema der Bevölkerung sei, schreibt er auf seiner Webseite.

Mit dem Verschleierungsverbot hat Ghiringhelli vor allem Burka- und Nikab-Trägerinnen im Visier. Das Verbot solle aber auch andere davon abhalten, ihr Gesicht zu verschleiern, schreibt er: Etwa Hooligans oder Mitglieder des linksautonomen Schwarzen Blocks könnten sich nicht mehr vermummen.

Ghiringhelli orientiert sich mit seinem Volksbegehren am Verschleierungsverbot in Frankreich, das seit dem 11. April in Kraft ist. Der Parteiunabhängige wird von einzelnen Vertretern von Lega, SVP und FDP unterstützt.

(sda)

Deine Meinung zählt