UnfallverhütungFührerschein gibts nur noch mit Ablaufdatum
Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Schweiz geht zurück. Der Bund will die Zahl noch weiter senken. Heute hat das bfu seine Vorschläge präsentiert – in einem 253-seitigen Dossier.

Unfälle mit Schwerverletzten und Toten sollen künftig vermieden werden, indem zum Beispiel Bäume am Strassenrand gefällt werden.
Die Beratungsstelle für Unfallverhütung des Bundes (bfu) schlägt Massnahmen vor, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Trotz sinkender Tendenz sei die Zahl der getöteten Autoinsassen in der Schweiz nach wie vor zu hoch, schreibt die bfu in einer Mitteilung vom Dienstag. Jährlich werden laut bfu deren 180 getötet und 1800 schwer verletzt.
Eine wissenschaftliche Analyse zeigt: Für zwei Drittel aller schwer verletzten oder getöteten Autoinsassen sind drei von rund 50 Unfalltypen verantwortlich: Schleuderunfälle mit anschliessender Kollision mit einem Gegenstand neben der Strasse (35 Prozent), Auffahrunfälle (16 Prozent) sowie Frontalzusammenstösse mit einem entgegenkommenden Fahrzeug (12 Prozent). Beinahe die Hälfte der Unfälle ereignen sich in einer Kurve.
«Wenn man die Zahl der getöteten und schwer verletzten Insassen noch weiter senken will, gibt es sowohl beim Menschen als auch beim Fahrzeug und bei der Infrastruktur noch Potenzial», sagte bfu-Medienchef Rolf Moning zur Nachrichtenagentur SDA.
Zeitlich befristeter Führerschein für alle
So zeigt denn das 253-seitige Dossier Massnahmen in allen drei Bereichen auf. Unter anderem empfiehlt die bfu einen zeitlich befristeten Führerschein für alle Autolenker und einen regelmässigen Test auf Tages- und Nachtsehvermögen für Lenker ab 50 Jahren. Zudem soll erforscht werden, inwiefern ein schlechtes Gehör zu Unfällen führen kann.
Was die Fahrzeuge anbelangt, so setzt die bfu vor allem auf Ausrüstungsvorschriften wie Bremsassistent und Tagfahrleuchte und auf Versicherungsrabatte für Fahrer, die sich für bestimmte Sicherheitstechnologien entscheiden.
Bäume fällen als weitere Massnahme
Doch auch die Infrastruktur kann laut bfu noch stark verbessert werden, um schwere Unfälle zu vermeiden. So könnten etwa feste Objekte wie Bäume und Mauern, die zu nahe an der Strasse stehen, entfernt werden - sofern dies nicht bereits beim Bau der Strasse beachtet wurde. Auch besser koordinierte Lichtsignalanlagen, bessere Beleuchtung und deutlicher getrennte Verkehrsrichtungen könnten zu weniger Unfällen beitragen.
Darüber hinaus sollen Ingenieure und Planer vermehrt geschult und sensibilisiert werden. Unter anderem sollen sie in der Erst- und der Weiterbildung mehr lernen zum Entwurf von Innerortsstrassen und zur Projektierung von Ausserortsstrassen. (sda)