Micheline Calmy-Rey verbietet Fotos

Aktualisiert

Formale FehlerMicheline Calmy-Rey verbietet Fotos

Von der traditionellen Neujahrsansprache der künftigen Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey wird es keine Pressebilder geben. Das EDA schickte die Fotografen wieder nach Hause.

Annette Hirschberg
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Annette Hirschberg
Das wollte Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey dieses Jahr nicht sehen: Bilder, die die Aufzeichnung der Neujahrsansprache zeigen. Im Bild die diesjährige Bundespräsidentin Doris Leuthard am 28. Dezember 2009 in ihrem Büro.

Das wollte Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey dieses Jahr nicht sehen: Bilder, die die Aufzeichnung der Neujahrsansprache zeigen. Im Bild die diesjährige Bundespräsidentin Doris Leuthard am 28. Dezember 2009 in ihrem Büro.

Was die Fotografen der Fotoagenturen Reuters, EQ-Images und Keystone am Mittwoch in Bern erlebt haben, erschien ihnen wie ein schlechter Scherz. Sie wollten wie üblich Bilder von der Bundespräsidentin bei der Neujahrsansprache machen, die in Bern im Voraus aufgezeichnet wurde. Doch von der diesjährigen Ausgabe mit Micheline Calmy-Rey, Vorsteherin des Aussendepartements EDA, wird es keine Fotos geben. «EDA-Mediensprecher Lars Knuchel hat uns keine Erlaubnis erteilt», sagt Lukas Lehmann, Fotograf von Keystone.

Das Vorgehen der Fotoagenturen war dem EDA nicht genehm. Offenbar fühlte sich der Mediensprecher von den Fotografen übergangen, obwohl diese ihn zwei Tage vorher informiert hatten. «Wir haben unsere Anfrage ans Schweizer Fernsehen gerichtet und das EDA lediglich über unsere Anwesenheit in Kenntnis gesetzt», so Lehmann. Den Fotografen teilte Knuchel mit, dass man auch ans EDA eine Anfrage hätte richten müssen. So kurzfristig war Micheline Calmy-Rey offenbar nicht bereit, sich nebst Filmaufnahmen auch auf Bildkameras einzustellen. «Die EDA-Chefin wollte sich auf die Aufnahme dieser wichtigen Botschaft an die Schweizer Bevölkerung konzentrieren», heisst die offizielle Stellungnahme aus dem EDA.

Bilder am Fernsehen zu sehen

Das kleinliche Geplänkel über korrektes formales Vorgehen irritiert – zumal es die Fotografen bisher immer so gehalten haben und bei den anderen Bundesräten damit keinerlei Probleme hatten. «Es geht um Bilder, die die ganze Nation auch am Fernsehen sehen kann», sagt Lukas Lehmann.

Bei Keystone kann man sich nicht erinnern, dass es jemals zuvor ein solches Bildverbot gegeben hätte. «In den letzten Jahren war es selbstverständlich, dass wir von der Neujahrsansprache Aufnahmen machen.»

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