Amokschütze von BuchsAmoklauf für Nachbarn nicht ganz unerwartet
Im aargauischen Buchs ist es heute Nachmittag zu einer Schiesserei gekommen. Ein Schulhaus wurde vorsorglich evakuiert. Die Polizei stürmte das Haus, in dem sich der Täter verschanzt hatte. Bei der Aktion wurde der Mann schwer verletzt. Der Amokschütze ist im Quartier kein Unbekannter.
Die direkten Nachbarn des Amokschützen sind geschockt. Doch für sie kam die Tat des 50-jährigen Schweizers «nicht ganz unerwartet», wie eine Nachbarin gegenüber 20 Minuten Online sagte. «Er war krank und hatte viele Schmerzen», sagte die Frau weiter. Dass der Mann zur Schusswaffe greifen kann, wusste man im Buchser Quartier: Bereits vor rund sechs Jahren soll er mit einem Winchestergewehr den Efeu an seiner Hauswand beschossen haben, wie ein Quartierbewohner sagt.
Sondereinheit rückte aus
Worauf der 50-Jährige heute Nachmittag zielte, ist bisher nicht bekannt. Klar ist, dass er gegen ein Uhr im Quartier Schüsse abgegeben hatte. Ein Nachbar alarmierte darauf die Polizei. Diese rückte mit der Sondereinheit Argus aus. Der Täter verschanzte sich in der zwischenzeit in seinem Haus. Die ausgerückte Polizei nahm mit dem Amokschützen Kontakt auf und versuchte ihn zu überreden, das Gebäude zu verlassen. Vergeblich. Nach Angaben der Aargauer Kantonspolizei erschien der Mann kurz vor 15:00 Uhr an einem Fenster und erklärte sich für ein Gespräch bereit. Er brach dieses aber bald wieder ab, kehrte mit einem Gewehr zurück und feuerte auf die Polizisten. Zwei Beamte hätten in Notwehr zurückgeschossen. Von zwei Kugeln getroffen, brach der Amokschütze zusammen. Die Sondereinheit Argus stürmte das Haus, überwältigte den Schützen und betreute ihn bis zum Eintreffen der Ambulanz.
Der Amokschütze wurde bei dem Schusswechsel von der Einsatztruppe schwer verletzt und musste ins Spital gebracht werden. Am Abend war er gemäss erster Auskunft der Ärzte ausser Lebensgefahr. Die Polizei hatte keine Verletzten zu beklagen. Laut Kantonspolizei Aargau handelt es sich bei der vom Täter verwendeten Waffe nicht um eine Armeewaffe.
«Überall standen Polizisten»
Von dem Vorfall betroffen war auch die nahegelegene Schule Suhrenmatte. Sie wurde von der Polizei vorsorglich evakuiert. «Als ich nach dem Mittagessen wieder in die Schule gehen sollte, standen überall Polizisten», erzählt ein Schüler aus dem Quartier, der zu Hause bleiben musste.
Der Schütze lebte offenbar zurückgezogen im Quartier. Gemäss Nachbarn wohnte er allein im Haus seiner verstorbenen Eltern und pflegte nicht viel Kontakt.
(meg/ann)