Aufgeheiztes KlimaSorge um die deutschen Mitbewohner
Deutsche der heute lebenden Generationen hätten ein Anrecht darauf, nicht mit dem Nazitum in Verbindung gebracht zu werden. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) zeigt sich über die zunehmenden Gehässigkeiten gegen Deutsche in der Schweiz besorgt.
Die Kommission trat am Freitag vor dem Hintergrund der Eskalationen im Steuerstreit vor die Öffentlichkeit. Die sich in der Krise verschärfenden Verteilkämpfe förderten die Bereitschaft, in den Deutschen unerwünschte Konkurrenten zu sehen, stellt EKR-Präsident Georg Kreis fest. Dies bleibe nicht ohne negative Folgen für das Alltagsverhalten, sei es am Arbeitsplatz, am Wohnort, an der Ladenkasse, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Restaurants.
Printmedien nährten zugleich die Meinung, dass es in der Schweiz eine «Deutschenfrage» gebe. Als Beispiele nennt der Basler Historiker Titel wie «Die Deutschen kommen» und «Wie viele Deutsche verträgt die Schweiz» und verweist auf entsprechende Karikaturen. Zugleich würden in Leserbriefspalten und im halböffentlichen Raum der elektronischen Plattformen ungehemmt stereotype Negativbilder des «hässlichen Deutschen» verbreitet.
Laut Kreis verletzen solche kollektiven Ablehnungen die in der Schweiz lebenden Menschen und belasten den gesellschaftlichen Frieden. «Deutsche der heute lebenden Generationen haben ein Anrecht darauf, nicht mit dem Nazitum in Verbindung gebracht zu werden», so der EKR-Präsident. (dapd)