FreiburgWeniger Geld wegen Kopftuch
Die Stadt Freiburg kürzt Musliminnen wegen ihrer Kopfbedeckung die Sozialleistungen.
Die Stadt Freiburg hat mehreren Musliminnen die Sozialleistungen für drei Monate um 15 Prozent gekürzt, weil die Frauen bei der Arbeit das Kopftuch nicht ablegen wollten. Das berichtet die «SonntagsZeitung». «Es darf nicht sein, dass Frauen wegen dem Kopftuch keine Arbeit finden und deshalb jahrelang in der Sozialhilfe bleiben», sagt die zuständige Freiburger Sozialdirektorin Marie-Thérèse Maradan (SP) gegenüber der «SonntagsZeitung».
Gegen die Kürzungen ist ein Rekurs hängig. Auch im Kanton Zürich gibt es Fälle, in denen religiöse Vorschriften die Integration von Klienten verhinderten. Ruedi Hofstetter, Chef des Sozialamts des Kantons Zürich, wartet darum gespannt auf den Entscheid in Freiburg: «Es ist wünschenswert, wenn ein Sozialamt einer grösseren Stadt einen Musterfall gerichtlich überprüfen lässt, damit wir wissen, ob solche Kürzungen zulässig sind.»
Für Qaasim Illi, Sprecher des Islamischen Zentralrats Schweiz, ist das Vorgehen der Freiburger diskriminierend. «Es darf die Entscheidung Arbeitsstelle oder Islam nicht geben.»