Chreis Cheib: Mehr als 70 Überwachungs-Kameras

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Chreis Cheib: Mehr als 70 Überwachungs-Kameras

Big Brother wird greifbar: Erstmals wurde ein Plan mit den rund 70 Standorten von Überwachungskameras im Zürcher Kreis 4 erstellt.

«Es gibt hier die verschiedensten Modelle, mit denen die vielfältigsten Interessen verfolgt werden», sagt Christoph Müller, OK-Mitglied der Gruppe «Big Brother Awards». Die Gruppe lud zum Osterkamerasuchen – und rund 40 Interessierte nahmen am Rundgang durchs Langstrassenquartier teil. Denn die Gegner von Überwachungen jeglicher Art machten in den vergangenen Monaten mehr als 70 Kameras allein im Kreis 4 ausfindig und zeichneten sie in einem Plan auf: «Viele der Kameras dienen tatsächlich der Überwachung, andere sollen Beweise sichern und wieder andere sind Attrappen zur Abschreckung», so Müller. Eines haben die Installationen gemeinsam: Sie sollen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken. Und da die Modelle immer billiger werden, verbreiten sie sich auch rascher.

Harsche Kritik an der zunehmenden Überwachung übt Thomas Bärlocher, Datenschutzbeauftragter der Stadt Zürich: «Die Überwachung schränkt die Grundrechte des Einzelnen ein. Leider gibt es aber kaum rechtliche Mittel, um gegen die Videoüberwachung auf öffentlichem Grund einzuschreiten.» Er will im Sommer ein Projekt lancieren, um gegen die Kameraflut vorzugehen.

Daniel Zumoberhaus

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