Muezzin-Rufe: Künstler entschuldigt sich bei Kirche
Die Muezzin-Rufe von der St.Laurenzenkirche am Mittwochabend haben die St.Galler erbost. Der Initiant, Installationskünstler Johannes Gees, entschuldigt sich für die Aufregung.
Am Mittwochabend um 21.30 Uhr musste eine Streife der Stapo ausrücken. Grund dafür waren die Muezzin-Rufe von der St.Laurenzenkirche. «Wir haben rund ein Dutzend zum Teil sehr erboste Anrufe erhalten», sagt Mediensprecher Benjamin Lütolf. Zusammen mit dem herbeigerufenen Pfarrer Hansruedi Felix entfernten die Beamten im Turm der Kirche dann die Box mit den Lautsprechern. «Unklar ist, ob die Sache rechtliche Konsequenzen hat», so Lütolf.
Kein Verständnis für die Aktion hat die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde St.Gallen Zentrum. «Die Zweckentfremdung des Laurenzenturms ist ein Affront gegenüber den christlichen und muslimischen Gläubigen», sagt Präsident Karl Gabler. Und: Man behalte sich vor, Anzeige zu erstatten.
Hinter der Aktion steckt der Zürcher Künstler Johannes Gees. Er liess die Muezzin-Rufe auch von Kirchtürmen in Bern, Zürich und Einsiedeln erschallen. Dass er in St.Gallen damit vor allem für Ärger sorgte, ist ihm nicht recht. «Ich möchte mich bei der Kirchgemeinde dafür entschuldigen», sagt er. Hinter seinem Projekt stehe er aber voll und ganz, so Gees.
(ann)