Uralte SteintafelJesus soll nicht als erster auferstanden sein
Eine geheimnisvolle Steintafel aus dem 1. Jahrhundert vor Christus sorgt nicht nur in Kirchenkreisen für Aufregung: Demnach ist die Wiederauferstehung eines Messias nach drei Tagen schon in vorchristlicher Zeit vorausgesagt worden – und Jesus war damit nicht gemeint.
Der Jerusalemer Bibelforscher Israel Knohl will eine 87-zeilige Inschrift auf einer uralten Steintafel entschlüsselt haben. Die mit «Offenbarung des Engels Gabriel» betitelte Schrift soll stellenweise etwas verwischt sein. Dennoch entzifferte Knohl ein bislang «unlesbares» Wort als Verkündung des Erzengels Gabriel an Efraim, den Sohn des Josef: «In drei Tagen lebe. Ich, Gabriel, befehle es Dir, Fürst der Fürsten.»
Die Steintafel stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Die Inschrift verändere somit nicht nur «unsere Ansichten über die historische Person Jesus Christus», sondern zeige auch eine neue Verbindung zwischen Judentum und Christentum auf», sagte Knohl. «Dieser Text könnte das fehlende Glied zwischen Judentum und Christentum sein, da er den christlichen Glauben an die Wiederauferstehung des Messias in jüdischer Tradition verwurzelt.»
Eine mögliche Revolution
Auch die «New York Times» sprach von einer möglichen Revolution der bisherigen Sichtweise: Sollte die Tafel keine Fälschung sein, wäre sie ein Hinweis darauf, dass die Geschichte von Jesu Wiederauferstehung nach drei Tagen keineswegs «einzigartig», sondern Teil der jüdischen Überlieferung gewesen sei.
Die Tafel gehört einem Sammler und soll aus Jordanien stammen. Knohl will seine Theorie am Dienstag an der Universität von Jerusalem vorstellen.