European Futurists Conference Lucerne, Teil 2«Man kann nicht alle Kriege gewinnen»
Im zweiten Teil zur European Futurists Conference Lucerne spricht Roland Kaestner, Oberst im Generalstab und Leiter des Bereichs Strategische Zukunftsanalyse, über den Wandel der Kriegsführung im Zeitalter der Globalisierung.
Herr Kaestner, wie hat sich der Krieg verändert, seit Sie der Bundeswehr beigetreten sind?
Roland Kaestner: Damals war das internationale System noch bi-polar in einem militärischen Sinn. Heute ist – und es wird auch so bleiben – das internationale System multi-polar. Aus militärischer Sicht stammen die Beteiligten aus verschiedenen Lagern – staatlichen und nicht staatlichen, wie zum Beispiel Warlords, internationale Kriminelle, Terroristen und multinationale Firmen. Es scheint als würde sich der Krieg seiner Wurzeln besinnen: Krieg als organisierte Gewalt in der Hand von Akteuren, die über genügend Geld verfügen, den Krieg zu finanzieren.
Traditionelle Formen der Konfrontation zwischen zwei Ländern gibt es aber nach wie vor, wie der Konflikt zwischen Russland und Georgien zeigte. Vor den ersten Kampfhandlungen soll es einen Distributed Denial of Service Attack von Russland auf die Server der georgischen Regierung gegeben haben, der deren Kommunikationsinfrastruktur lahmlegte. Wird solche Cyber-Kriegsführung zu den zukünftigen Strategien gehören?
Kaestner: Eines der Instrumente der Informationstechnologie ist die Cyber-Kriegsführung, aber weit einflussreicher dürfte die Rolle der internationalen Medien sein, so wie sie den Konflikt interpretieren. Das ist eigentlicher Informationskrieg. Das Ziel ist es nationale und internationale Legitimation zu erlangen, die Herzen und Köpfe der Menschen zu gewinnen.
Globalisierung verändert die Welt. Die traditionelle Rolle der Nationen verliert an Bedeutung und macht einer weniger strukturierten und wirtschaftlicheren Sicht der Dinge Platz. In welcher Weise betrifft dieser Wechsel die Rolle der Armee, die traditionellerweise der Repräsentant staatlicher Macht ist?
Kaestner: Ich glaube, dass eine Auswirkung der Globalisierung die Privatisierung des Krieges ist. Dies hat zwei Seiten: Zum einen werden die Staaten mehr und mehr ihre Macht verlieren, zum anderen werden viele Beteiligte Gewalt einsetzen, um ihre Interessen durchzusetzen. Das internationale System wird ziemlich gewalttätig werden, wenn die Staaten keinen Weg finden, diese Gewalt in Zukunft zu kontrollieren. Ausser den Staaten kann niemand diese Funktion übernehmen.
Lange Zeit sank die Zahl der US-Kriegstoten, doch im Zweiten Irak-Krieg stieg sie wieder an. Die US-Armee sah sich einem guerrilla-mässig organisierten Gegner und Strassenschlachten gegenüber. Wie wirkt sich diese Kriegsform auf die Kriegsführung aus?
Kaestner: Zuerst einmal gilt: Man kann nicht alle Kriege gewinnen. Das Wichtigste ist, herauszufinden, auf was für eine Form von Konflikt man sich einlässt. Das hängt von sämtlichen Parteien ab, die sich einmischen könnten. Man muss analysieren, welche Mittel und Interessen hinter den Parteien stecken und welche Auswirkungen sie auf sämtliche Seiten haben werden. Die Aufgabe der Strategie ist es, das Risiko in beiden Fällen – Sieg oder Verlust – zu minimieren. Aber all das ist nicht länger eine Frage des Militärs. In den meisten Fällen geht es um sozio-ökonomische Entwicklungen. Mehr Stiefel hätten die Probleme Napoleons in Spanien auch nicht gelöst, gewann er doch alle Schlachten gegen die Aufständischen, aber am Ende hat er Spanien trotzdem verloren.
Roland Kaestner, Oberst im Generalstab und Leiter des Bereiches Strategische Zukunftsanalyse am Zentrum für Transformation der Bundeswehr, wird an der 4. European Futurists Conference Lucerne, 26.28. Oktober 2008, im Kultur- und Kongresszentrum Luzern zum Wandel der Kriegsführung sprechen. Mehr Informationen unter www.european-futurists.orgIn unserem ersten Teil der Serie zur European Futurists Conference Lucerne äusserte sich bereits Anders Berntell, Direktor des Stockholm International Water Institute zu Trinkwasser, Verschwendung und dazu, was man anders machen kann.
Roland Kaestner, Oberst im Generalstab und Leiter des Bereiches Strategische Zukunftsanalyse am Zentrum für Transformation der Bundeswehr, wird an der 4. European Futurists Conference Lucerne, 26.28. Oktober 2008, im Kultur- und Kongresszentrum Luzern zum Wandel der Kriegsführung sprechen. Mehr Informationen unter www.european-futurists.orgIn unserem ersten Teil der Serie zur European Futurists Conference Lucerne äusserte sich bereits Anders Berntell, Direktor des Stockholm International Water Institute zu Trinkwasser, Verschwendung und dazu, was man anders machen kann.
Roland Kaestner, Oberst im Generalstab und Leiter des Bereiches Strategische Zukunftsanalyse am Zentrum für Transformation der Bundeswehr, wird an der 4. European Futurists Conference Lucerne, 26.28. Oktober 2008, im Kultur- und Kongresszentrum Luzern zum Wandel der Kriegsführung sprechen. Mehr Informationen unter www.european-futurists.orgIn unserem ersten Teil der Serie zur European Futurists Conference Lucerne äusserte sich bereits Anders Berntell, Direktor des Stockholm International Water Institute zu Trinkwasser, Verschwendung und dazu, was man anders machen kann.
Roland Kaestner, Oberst im Generalstab und Leiter des Bereiches Strategische Zukunftsanalyse am Zentrum für Transformation der Bundeswehr, wird an der 4. European Futurists Conference Lucerne, 26.28. Oktober 2008, im Kultur- und Kongresszentrum Luzern zum Wandel der Kriegsführung sprechen. Mehr Informationen unter www.european-futurists.orgIn unserem ersten Teil der Serie zur European Futurists Conference Lucerne äusserte sich bereits Anders Berntell, Direktor des Stockholm International Water Institute zu Trinkwasser, Verschwendung und dazu, was man anders machen kann.
Roland Kaestner, Oberst im Generalstab und Leiter des Bereiches Strategische Zukunftsanalyse am Zentrum für Transformation der Bundeswehr, wird an der 4. European Futurists Conference Lucerne, 26.28. Oktober 2008, im Kultur- und Kongresszentrum Luzern zum Wandel der Kriegsführung sprechen. Mehr Informationen unter www.european-futurists.orgIn unserem ersten Teil der Serie zur European Futurists Conference Lucerne äusserte sich bereits Anders Berntell, Direktor des Stockholm International Water Institute zu Trinkwasser, Verschwendung und dazu, was man anders machen kann.