SonnenfinsternisEin Jahrtausend-Ereignis am Himmel
Himmelsgucker in Afrika und Asien wurden am Freitag Zeugen eines seltenen Naturschauspiels: Die längste ringförmige Sonnenfinsternis dieses Jahrtausends zog von Zentralafrika über Südindien bis Ostchina über die Erde hinweg.
Im Osten des afrikanischen Kontinents schob sich am Freitag gegen 05.00 MEZ die Neumondscheibe vor die aufgehende Sonne. Das Naturspektakel war anschliessend auf den Malediven zu sehen. Im Süden Indiens waren tausende Schaulustige und Wissenschaftler draussen, um in den verdunkelten Himmel zu starren. Bei einer Feuerkranz-Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond vor die Sonne.
Durch einen kosmischen Zufall erscheinen Mond und Sonne am irdischen Firmament fast exakt gleich gross. Da jedoch weder die Mond- noch die Erdbahn perfekte Kreise sind, schwankt die Grösse der Mond- und Sonnenscheibe leicht. Die Erde hat gerade ihren sonnennächsten Bahnpunkt passiert, so dass unser Tagesgestirn derzeit besonders gross am Himmel erscheint. Der Mond befindet sich dagegen derzeit fast auf dem erdfernsten Punkt seiner Bahn und erscheint etwas kleiner am Himmel als die Sonne. Er wird nur 83 Prozent der Sonnenscheibe bedecken.
Sonnenfinsternis und Aberglaube
Von der maledivischen Hauptstadt Male aus war eigens ein Kreuzfahrtschiff in Richtung Indien unterwegs, um die Sonnenfinsternis möglichst lange beobachten zu können.
An Bord waren auch Wissenschaftler der indischen Weltraumagentur, die verschiedene Messungen durchführen wollten. Mit einer Sonnenfinsternis verbindet sich in weiten Teilen Indiens Aberglaube. Viele Menschen trauen sich nicht nach draussen oder vermeiden es, zu kochen und zu essen.
Die Sonnenfinsternis ist in einem etwa 300 Kilometer breiten Streifen von Afrika über Indien bis nach China zu sehen. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA ist erst im Jahr 3043 eine längere ringförmige Sonnenfinsternis zu erwarten.
(sda)