Atomausstieg zu teuer

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LuzernAtomausstieg zu teuer

Die Stadt Luzern will erst 2050 aus der Atomenergie aussteigen. Grund: Das städtische Stromunternehmen EWL muss von den Schweizer AKWs Strom beziehen, solange diese laufen.

Marcel Habegger
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Marcel Habegger
Der Reaktordruckbehälter des Kernkraftwerks Mühleberg. (Foto: keystone)

Der Reaktordruckbehälter des Kernkraftwerks Mühleberg. (Foto: keystone)

Gestern hat die Stadt Luzern ihr neues Energiereglement präsentiert, das gleichzeitig als Gegenvorschlag für die Initiative «Luzern ohne Atomstrom» der Jungen Grünen dient.

Es sieht einen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2050 vor. «Ein Ausstieg bis 2035, wie von den Initianten verlangt, ist nicht finanzierbar», sagt die zuständige Stadträtin Ursula Stämmer. Knackpunkt sind dabei die Beteiligungen des städtischen Tochterunternehmens EWL an Schweizer Atomkraftwerken. Diese laufen bis 2039 (Gösgen) und 2044 (Leibstadt). Stephan Marty, Vorsitzender der EWL-Geschäftsleitung: «Die Beteiligungen an den Atomkraftwerken müssten bei einem früheren Ausstieg vorzeitig zu einem nicht gewinnbringenden Betrag veräussert werden.» Dies würde gemäss Marty zu erheblichen Verlusten und Wertminderungen führen.

Diese Tatsache und das zögerliche Vorgehen der Stadt stösst den Initianten sauer auf. «Beim Gegenvorschlag wurden rein betriebswirtschaftliche Interessen berücksichtigt», ärgert sich Korintha Bärtsch von den Jungen Grünen. Diese wollen weiter an der Initiative festhalten. Die Volksabstimmung findet voraussichtlich im November statt.

SP will 2000- Watt-Siedlung

Auf dem Parkplatz neben dem Verkehrshaus soll eine erste 2000-Watt-fähige Siedlung in Luzern entstehen. So möchte es die SP/Juso-Fraktion des Grossen Stadtrats, die einen entsprechenden Vorstoss eingereicht hat. Das Grundstück, das der Stadt gehört, eigne sich vorzüglich für das Projekt, weil es mit dem ÖV optimal erschlossen sei. Dementsprechend soll die Siedlung auch auto- und parkplatzfrei geplant werden. Die Bauweise soll den höchsten ökologischen Standards entsprechen und den massgeblichen Anteil der benötigten Energie selber produzieren.

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