ScheidungskriegFalsche Vorwürfe sind keine Seltenheit
Dass Frauen ihre Männer zu Unrecht der häuslichen Gewalt bezichtigen, kommt immer wieder vor – gerade bei Scheidungsfällen. Ein Luzerner Anwalt verrät, wie man sich dagegen wehren kann.
Um sich wegen Scheidungsabsichten an ihrem Ehemann zu rächen, soll eine heute 35-jährige Türkin ihn zu Unrecht übelster Misshandlungen beschuldigt haben. Sie musste sich am Donnerstag wegen falscher Aussagen vor Gericht verantworten. Offenbar handelt es sich dabei nicht um einen Einzelfall.
«Ich habe in meiner Praxis immer wieder mit solchen Fällen zu tun», bestätigt der Luzerner Scheidungsanwalt Christian Affentranger. Besonders schlimm sei, wenn sich die Vorwürfe auch auf die Kinder beziehen würden. «Ich hatte einen Klienten, der wegen Missbrauchsvorwürfen seine Kinder zwei Jahre lang nicht mehr sehen durfte, bevor er vom Kriminalgericht freigesprochen wurde», so der Anwalt.
Auf falsche Vorwürfe müsse entschieden reagiert werden. «Betroffene verlieren oft einen Grossteil ihrer Bekannten und teils auch ihre Arbeit», weiss Affentranger. Er rät bei falschen Vorwürfen wegen häuslicher Gewalt von der ersten Vernehmung an einen Anwalt beizuziehen. «Zudem würde ich rasch prüfen, ob eine Strafklage wegen falscher Anschuldigung und Ehrverletzung einzureichen ist», sagt er weiter.
Wie viele Fälle von falschen Beschuldigungen im Kanton Luzern tatsächlich vorkommen, ist nicht bekannt. «Das wird statistisch nicht ausgewertet», so Polizeisprecher Urs Wigger.