«Ich wurde Escort-Girl, weil ich Bankjob verlor»

Aktualisiert

Krisenüberbrückung«Ich wurde Escort-Girl, weil ich Bankjob verlor»

Wegen der Krise steigen immer mehr Schweizerinnen ins Sexbusiness ein: 20 Minuten hat mit dem 22-jährigen Escort-Girl Noelle* gesprochen.

David Torcasso
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David Torcasso

Wie bist du Escort-Girl geworden?

Noelle: Ich habe nach der Matur in einer Zürcher Privatbank als Sachbe­arbeiterin gearbeitet. Letzten November wurde ich entlassen, weil meine Stelle wegrationalisiert wurde. Ich suchte zwei Monate einen neuen Job – vergeblich. Zudem drückten mich Schulden wegen einer Handy-Rechnung. Dann habe ich mich als Escort-Girl beworben. Jetzt kann ich bis zu 30 000 Franken pro Monat verdienen.

Welche negativen Erlebnisse hast du schon gemacht?

Die meisten Typen sind anständig, aber ich habe einem auch schon eine «geklöpft», weil er mich bedrängt hat. Ich habe immer einen Chauffeur dabei, der unten wartet. Als Escort-Girl gehst du aber auch kaputt – vor allem, wenn du an eine eigene Familie denkst. Du hast ein Doppelleben, musst andauernd lügen, verkaufst deinen Körper und überlegst manchmal, wie viele Männer es schon waren. Ich hatte deshalb schon mal einen Nervenzusammenbruch.

Wirst du je wieder ein normales Leben führen können?

Ich möchte irgendwann wieder in die «normale» Arbeitswelt zurück. Schliesslich habe ich ein gutes Arbeitszeugnis. Dabei hoffe ich natürlich, dass mein künftiger Chef nie ein Kunde von mir gewesen ist und mich nicht erkennt. Natürlich werde ich im Büro nur noch einen Bruchteil verdienen. Aber ich wünsche mir dennoch, dass ich den Ausstieg schaffe.

*Name der Redaktion bekannt

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