«Terror-Klasse» will nun artig sein

Aktualisiert

«Terror-Klasse» will nun artig sein

Die Sechstklässler aus dem Borrweg-Schulhaus wollen keine «Terrorklasse» mehr sein und ihrer siebten Lehrerin mit Respekt begegnen. Sogar Willkommenskarten wurden schon gebastelt.

«Natürlich haben wir Dinge nach unserem Lehrer geworfen», sagt B.T.*, der auf dem Pausenplatz als Rädelsführer gilt. «Aber das waren ungefährliche Gegenstände.» Schon sechs Lehrer sollen vor der Problemklasse aus dem Schulhaus Borrweg im Zürcher Quartier Friesenberg kapituliert haben.

«Schuld waren wir aber nur beim letzten», sagt die Sechstklässlerin Y.S. Jetzt haben die Schüler einen Brief an den «Tages-Anzeiger» verfasst, der die Klasse am Montag ins Rampenlicht gerückt hatte: «Wir haben keine Wetten abgeschlossen, ob die neue Lehrerin bleibt», schreiben sie etwa.

«Wir sind keine Terrorklasse», sagt Schülerin S.L., «und das wollen wir jetzt beweisen.» Eine neue, junge Lehrerin versuchts nach Ostern mit der Klasse. Ihr wollen die 12- bis 13-Jährigen respektvoll begegnen: In einer Abstimmung unter der Leitung einer Schulpsychologin sprachen sich fast alle für einen Neuanfang aus. Nur D.B. kniff: «Ich komme eh auf eine Privatschule.»

Jetzt soll eine «neue Zeit» anbrechen: «Wir haben eine neue Uhr aufgehängt und das Klassenzimmer dekoriert», sagt Y.S. «Und wir basteln gerade an Steckbriefen, damit die Neue uns besser kennenlernen kann.»

Adrian Schulthess

* Initialen geändert

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