Die schlimmste Klasse der Schweiz

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Die schlimmste Klasse der Schweiz

Sechs Lehrer in zweieinhalb Jahren brachte eine Zürcher Primarschulklasse zur Verzweiflung. Jetzt laufen Wetten, wie lange es Lehrerin Nummer sieben aushält mit der Klasse, in der 17 von 20 Schülern aus dem Balkan und angrenzenden Ländern stammen.

Der Horror im Zürcher Friesenberg-Quartier begann bereits in der 4. Klasse, wie der «Tages-Anzeiger» heute berichtete. Der erfahrene Lehrer war mit den Rabauken völlig überfordert und wusste sich nicht anders zu helfen, als freche Schüler am Genick zu packen und an den Haaren zu ziehen. Ausserdem soll er verbal ausfällig geworden sein. Die Pensionierung erlöste ihn von den Qualen.

Seine Nachfolgerin war eine ebenfalls erfahrene Schulleiterin, die von den Schülern und Schülerinnen überhaupt nicht ernst genommen wurde. Wenn sie zum Unterricht kamen, schwatzten sie laut und wann immer sie wollten. Hausaufgaben wurden aus Prinzip nicht gemacht. Die wenigen Schüler, die wirklich lernen wollten, wurden verhöhnt und bedroht. Die Lehrerin führte ein Journal über die Entgleisungen der Kinder und brachte so innert weniger Wochen über 600 Einträge zusammen. Die Lehrerin suchte das Gespräch mit den Eltern, damit diese Einfluss auf die Kinder nehmen. Doch das brachte offenbar nichts.

Eine Fachlehrerin, die zu diesem Zeitpunkt aushalf, erlitt bald einen Nervenzusammenbruch - die Schulleiterin wurde anfang des Jahres auf unbestimmte Zeit krank geschrieben. Die renitenten Schüler triumphierten und kamen in der Folge noch mehr zum Zug. Die beiden Nachfolger, ein Mann und eine Frau, hielten nur wenige Wochen durch. Für die Frau endete das Zusammentreffen mit der Horrorklasse mit einem Nervenzusammenbruch. Das waren die Opfer vier und fünf.

Auch Lehrer Nummer sechs kam nicht klar mit den Schülern, die inzwischen die Hauptrolle im Klassenzimmer übernommen hatten. Der Lehrer sei zum Statisten degradiert worden, sagte Andreas Rüegg, vollamtlicher Präsident des Schulkreises Uto dem «Tages-Anzeiger». Die Eltern unterstellten auch diesem Lehrer, er habe die frechen Schüler geschlagen. Rüegg stellt das in Abrede.

Inzwischen wurde eine Sozialarbeiterin zugezogen. Doch auch ihre Präsenz brachte nur kurzfristige Besserung. Die Kinder weigerten sich nach wie vor, Leistung zu bringen. Nach einem Zwischenfall in der Turnhalle eskalierte die Situation am 16.März. Der Lehrer wollte daraufhin mit einer Schülerin alleine im Gang sprechen und sperrte zu diesem Zweck die Klasse im Schulzimmer ein. Das löste unter den Schülern Panik aus, worauf zwei Kinder Asthmaanfälle erlitten. Die frechen Schüler alarmierten die Polizei und ihre Eltern per Handy. Ein aufgebrachter Vater stürmte daraufhin das Schulhaus und attackierte den Lehrer verbal und körperlich. Lehrer Nummer sechs kapitulierte vor soviel Gewalt und gab die Klasse ab. Es sei ihm «zu gefährlich, ins Zimmer zu gehen», teilte er dem Schulpräsidenten mit.

Nummer sieben ist eine junge Frau, die nun mit Unterstützung der Fachstelle für Gewaltprävention des Schul- und Sportdepartements versuchen wird, die Klasse unter Kontrolle zu bringen. Rüegg ist überzeugt, dass sie es schaffen wird. Im Quartier dagegen werden schon Wetten abgeschlossen, wie lange sie es in der Horrorklasse aushalten wird.

Haben Ihre Kinder in der Schulklasse Ähnliches erlebt? Schreiben Sie uns ein Mail an: feedback@20minuten.ch

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