SVP-Hardliner fordert Bauverbot für Minarette
Der Zürcher SVP-Kantonsrat Alfred Heer will den Bau von Moscheetürmen auf Kantonsgebiet verbieten lassen und hat eine entsprechende Parlamentarische Initiative eingereicht.
Begründung: Das Ortsbild müsse vor «solch störenden religiösen Bauten» geschützt werden. Ismail Amin von der Islamischen Gesellschaft Zürich ist empört: «Das ist diskriminierend.»
«In der neuen Bestimmung des Planungs- und Baugesetzes des Kantons Zürich soll der Bau von Minaretten künftig verboten sein», meint Heer. Minarette, islamische Gebetstürme, gälten als Symbol für die Eroberung eines Gebietes. «Unser Orts- und Landschaftsbild muss vor solch störenden religiösen Bauten geschützt werden», sagt Heer. Gegen Moscheen ohne Gebetstürme habe er indes nichts einzuwenden.
«Um Toleranz bemühte Muslime sollen als Zeichen des guten Willens auf diese
in der Schweiz umstrittenen Bauten verzichten», schreibt der SVP-Hardliner in einer parlamentarischen Initiative, die er im Kantonsrat eingereicht hat. Heer: «Der Bau von Kirchen ist ja in einigen islamischen Ländern auch verboten.»
Ismail Amin, Präsident der Stiftung Islamische Gesellschaft Zürich, empört sich über die Forderung: «Das ist diskriminierend. Zu einer Moschee gehört einfach ein Minarett.» In der Schweiz gibt es erst in Zürich und Genf eine Moschee mit Minarett.
Romina Lenzlinger
Bundesweite Diskussionen
Kürzlich sorgte ein Gesuch für einen Minarett-Bau im solothurnischen Wangen für rote Köpfe: Innert wenigen Tagen sammelte ein SVP-Lokalpolitiker fast 400 Unterschriften gegen das Projekt und warnte vor einer «schleichenden Unterwanderung durch den Islam». Auch die reformierte und die katholische Kirchgemeinde erhoben Einsprache. Schliesslich sagte die Baukommission Nein zum Minarett-Bau. Über das Thema wurde schweizweit debattiert.