Flawiler will Katzenfelle an Klotener Pelzmarkt anbieten
Katzenfelle
werden auch im Raum
Zürich an Pelzmärkten
verkauft. In der
Branche gilt die Regel:
Stillschweigen darüber
bewahren.
In der Debatte um den Handel mit Katzenfellen sind die Zürcher Pelzproduzenten bislang nicht ins Schussfeld geraten. Wegen der Aussage des Flawiler Kürschners Johann Hofstetter über den im März stattfindenden Pelzmarkt in Kloten dürften sich nun auch den hiesigen Katzenfreunden die Nackenhaare sträuben.
Nicht nur am Fäälimärt in Luzern habe er Felle von Katzen verkauft, auch in Kloten werde er solche anbieten. Er mache ja nichts Illegales. In diesem Punkt befindet sich Hofstetter im Recht: Katzenfell darf in der Schweiz gehandelt werden – sehr zum Leidwesen der Organisation SOS-Chat, die mit einer Petition ein Verbot der Produktion, der Ausfuhr und des Handels mit Katzenfellen in der Schweiz verbieten will. «73 000 Unterschriften haben wir gesammelt», sagt Tomi Tomek.
Für das Katzengejammer hat Hofstetter kein Gehör. Die Tierschützer gehen ihm auf die Nerven. Auf den Bauernhöfen gebe es so viele Katzen: «In Gottes Namen, da muss man halt mal eine auf die Seite tun.»
Sehr zurückhaltend zeigen sich andere Küster. Auf Anhieb gibt keiner zu, Katzenfell im Angebot zu haben. Den Grund der neuerlichen Zurückhaltung behauptet Tomek zu kennen. Ein grosser Fellhändler aus Bern habe allen Geschäften, die er beliefert, einen Brief geschickt: Wenns um Katzenfelle geht, solle man im Moment dazu besser keine Aussage machen.
Alexandra Roder