S-BahnProbleme mit Rüttel-Zügen
Die neuen S-Bahn-Züge sind auch Schüttelbecher: Einigen Zugpassagieren wird bei der Fahrt sogar schlecht. Nun wollen die SBB handeln und die harte Federung ersetzen.
«So kann ich nicht Zeitung lesen. Es rüttelt so stark, dass ich den gleichen Satz dreimal lesen muss», schimpft eine junge Frau und legt genervt die Zeitung weg. Im Viererabteil entbrennt sofort eine Diskussion. «Ich fühle mich wie in einem Schüttelbecher, mir ist schon schlecht. In den alten Zügen hat es nie gerüttelt», pflichtet ihr ein älterer Herr bei.
Das Gefühl trügt nicht. Die SBB haben ein Problem mit den neuen S-Bahn-Zügen von Siemens, wie SBB-Sprecher Roman Marti auf Anfrage bestätigt: «Bei neuen S-Bahn- Zügen, deren Federungselemente abgenutzt sind, ist die Federung härter als gewöhnlich.» Deshalb sei die Zugfahrt auf manchen Abschnitten weniger sanft als gewohnt. Bei geraden, flachen Strecken spüre man weniger.
Dafür schüttle es umso mehr, wenn der Zug in einen Bahnhof einfahre. «Bei uns sind einige Beschwerden von Passagieren eingegangen», erklärt Marti. Um den Fahrkomfort zu garantieren, ersetzen die SBB bei den 49 Siemens-Zügen alle Elemente des Federsystems. Die Arbeiten an einem hundert Meter langen Zug dauern rund zwei Tage. Den Schaden müssen allerdings nicht die SBB berappen. Marti: «Die Arbeiten für die ab 2005 angeschafften Züge fallen noch in die Garantie.»