Fast ein Drittel fällt durch

Aktualisiert

HygienekontrolleFast ein Drittel fällt durch

Verdorbene Lebensmittel und schmutzige Küchen: Fast jeder dritte kontrollierte Stadtzürcher Gastro-Betrieb fiel im letzten Jahr bei der Hygienekontrolle durch und kassierte eine Strafanzeige.

Andrea Schmits
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Andrea Schmits

89 von 300 Gastronomie-Betrieben, in denen Lebens­mittelproben erhoben wurden, mussten im Jahr 2008 verzeigt werden – satte 29,7 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber den Jahren 2006 und 2007. Untersucht wurden Lebensmittelproben von Lokalen quer durch alle Sparten: «Von Take-aways über Personalrestaurants bis hin zu Nobelküchen war alles dabei», sagt Christina Weber vom Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich.

«Dabei fanden wir oft bedenkliche, krankmachende Bakterien – etwa aus dem Darm.» Die Gründe hierfür liegen in einer ungenügenden Personalhygiene und einer unsachgemässen Behandlung der Produkte. «Wir finden teilweise verfettete, unsaubere Küchen sowie verdorbene Lebensmittel vor, deren Haltbarkeit längst überschritten ist», so Weber. «Der sichere Umgang mit Lebensmitteln wird einfach nicht mehr verstanden.» Und es könnte noch schlimmer kommen: Der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich befürchtet, dass wegen der Finanzkrise vor allem beim geschulten Personal gespart werden könnte.

Ernst Bachmann, Präsident von Gastro Zürich, äussert Kritik an den Lebensmittelkontrolleuren: «Zum Teil sind sie äusserst kleinlich und beanstanden Bagatellen.» Er nehme aber keinen Wirt in Schutz, der ­verdorbene Lebensmittel abgebe.

Welche Restaurants verzeigt wurden, ist geheim. «Wir stehen unter Schweigepflicht», sagt Weber. Und auch die Zukunft sehe nicht rosig aus: «Ich befürchte, dass die Zustände wegen der Finanzkrise in diesem Jahr noch schlimmer werden könnten.»

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