Weiterer Fall im Pflegeheim Entlisberg

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PflegeskandalWeiterer Fall im Pflegeheim Entlisberg

Im Pflegezentrum Entlisberg sind bereits im Dezember 2008 elementare Verhaltensregeln verletzt worden. Diesen Fall will die Stadt Zürich nun im Rahmen der Administrativuntersuchung zu den früher gemeldeten Vorfällen behandeln.

Die mit der Administrativuntersuchung beauftragte Juristin Katharina Sameli soll auch Befragungen durchführen, die im Zusammenhang stehen mit einem pendenten personalrechtlichen Verfahren, das im Dezember 2008 angestrengt wurde, schreibt das Zürcher Gesundheits- und Umweltdepartement. Die Vorwürfe im Zusammenhang mit diesem Verfahren betreffen Verletzungen elementarer Verhaltensregeln gegenüber Bewohnerinnen und Bewohnern, wiegen jedoch weniger schwer und betreffen keine strafbaren Handyaufnahmen.

Mit der Administrativuntersuchung soll geklärt werden, wie es zu den verbotenen Handyaufnahmen sowie den weiteren Vorfällen kommen konnte und ob ausser den bereits angeschuldigten Menschen weitere Mitarbeitende personalrechtliche Pflichten verletzt haben. Unter anderem gehe es laut Zürcher Gesundheits- und Umweltdepartement darum abzuklären, inwiefern weitere Personen von den Vorfällen Kenntnis gehabt hätten, ohne weitere Schritte einzuleiten.

Untersuchung dauert mehrere Monate

Sameli werde mit den Untersuchungen sofort beginnen. Es sei ihr freigestellt, weitere Fachpersonen beizuziehen. Die Untersuchung werde voraussichtlich einige Monate dauern. Sameli hat für den Kanton und die Stadt Zürich bereits mehrere Administrativuntersuchungen durchgeführt. Sie ist Rechtsanwältin mit eigenem Büro in Zürich und Ersatzmitglied am Verwaltungsgericht des Kantons Zürich.

Das Pflegezentrum Entlisberg hat in den vergangenen Tagen alle Angehörigen und Pflegenden angeschrieben und Informationsveranstaltungen für Pflegende und Bewohner durchgeführt. Weitere Informationsanlässe seien geplant. Die Mitarbeitenden im Pflegezentrum seien bestürzt über die Vorfälle. Zu ihrer Betreuung sei das Care-Team der Pflegezentren aufgeboten worden.

Anzeige gegen fünf Mitarbeiter

Die Übergriffe auf betagte Pflegebedürftige waren vergangene Woche bekannt geworden (20 Minuten Online berichtete). Die Staatsanwalt des Kantons Zürich hatte gestützt auf eine Anzeige ein Strafverfahren gegen fünf Mitarbeitende des Pflegeheims Entlisberg eröffnet. Drei Pflegerinnen sollen Handyaufnahmen von betagten Personen in entwürdigenden Situationen gemacht haben. Die beiden anderen Angeschuldigten werden des Diebstahls und der Körperverletzung verdächtigt.

Am Montag wurde zudem bekannt, dass ein 20-jähriger Pfleger des Alterszentrums «Im Geeren» im zürcherischen Seuzach im Verdacht steht, eine Patientin genötigt und eine andere verletzt zu haben (20 Minuten Online berichtete). (dapd)

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