Störaktionen gegen BundLinksextreme hetzen gegen Flüchtlings-Helfer
In einschlägigen Foren kursiert ein Flugblatt, das zu Gewalt gegen Akteure im Asylwesen aufruft. Sogar Privatadressen stehen drauf.

Einer der Brennpunkte: Bei der Berner Reitschule kommt es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen linksautonomen Aktivisten und der Polizei.(6. März 2016)
Keystone/StrAuf 22 Seiten listen Linksextreme im Internet Personen und Organisationen aus dem Asylbereich auf und rufen dazu auf, diesen zu schaden. Zuoberst steht Bundesrätin Simonetta Sommaruga. «Lasst uns unsere Wut in Taten umsetzen und die Asylmaschinerie benennen und angreifen», zitiert die «SonntagsZeitung» aus dem Flugblatt.
Unter anderem stehen Grenzwächter, Mitarbeiter von Hilfswerken wie der Heilsarmee und der Internationalen Organisation für Migration, des Genfer Flughafens sowie der auf die Betreuung von Asylsuchenden spezialisierten ORS Service AG auf der Liste, die in einschlägigen Foren publiziert wurde. Bei manchen Personen wurden sogar die privaten Kontaktdaten veröffentlicht. Die Polizei hat die Betroffenen informiert.
Denn der Aufruf ist unmissverständlich: Man solle den Akteuren «finanziell Schaden zufügen, sie an ihrer Arbeit hindern, ihre Standorte mit Farbe beschmieren und vieles mehr», heisst es im Flugblatt. Bis die Genannten «ihre Arbeit nicht mehr tun können oder wollen».
Farbanschlag auf Migrationsdienst
Auf der Liste ist auch der Migrationsdienst in Bern aufgeführt. In der Nacht auf Donnerstag beschmierten Unbekannte nach eigenen Angaben das Gebäude des Migrationsdienstes mit Farbe. In einem Bekennerschreiben, das auf der linken Internetplattform indymedia.org veröffentlicht wurde, heisst es, man habe damit seine «dreckige Rolle im Asylwesen» sichtbar machen wollen.
Der Berner Gemeinderat und Direktor für Sicherheit Reto Nause (CVP) hat wegen der Liste Anzeige erstattet. «Wir wollen damit erreichen, dass die Polizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt. Und solche Aktionen nicht einfach zur Kenntnis genommen werden», sagt Nause. Der Aufruf sei relativ militant, so Nause weiter. Er wolle sicherstellen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. (ij/sda)