Streit um Papst-Auto

Aktualisiert

Streit um Papst-Auto

Um den rechtmässigen Besitz des einzigen Autos des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. ist ein juristischer Streit entbrannt.

Eine für das Wochenende in Las Vegas geplante Versteigerung des blauen Fort Escort GL von 1975 wird daher bis zur Klärung des Streits verschoben. Nach Angaben eines Anwalts übergibt das Auktionshaus Kruse International den Wagen seinem Mandanten Jerome Rich. Dessen Sohn Jim hatte das Auktionshaus mit der Versteigerung beauftragt. Der Geschäftsmann hoffte auf rund fünf Millionen Dollar (vier Millionen Euro).

Jim Rich macht geltend, dass er das Auto 1996 bei einer Auktion von Kruse International für 102.000 Dollar ersteigert habe. 1998 habe er Papst Johannes Paul II. im Vatikan den Scheck dafür übergeben. Mit dem Geld finanzierte der Papst den Ausbau eines Hauses für polnische Pilger in Rom, Stipendien und die Erweiterung der Katholischen Universität im polnischen Lublin. Der Papst fuhr mit dem Ford mehr als 100 000 Kilometer.

Nach Angaben von Vater Jerome Rich wurde das Auto jedoch als Sicherheit für einen persönlichen Kredit über zwei Millionen Dollar eingesetzt, den er seinem Sohn für dessen finanziell angeschlagenes Restaurant gewährt habe. Deshalb gehöre das Auto ihm. Ein Gericht im US-Staat Illinois muss nun darüber entscheiden, wem der Papst-Wagen tatsächlich gehört.

Ein sechs Jahre alter Golf, der Johannes Pauls Nachfolger Benedikt XVI. gehörte, brachte Anfang Mai bei einer Auktion fast 190 000 Euro. (dapd)

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